„Guat Nacht, Fräulein!“

„Gut Nacht!“

Noch ein Blick, der alles auf ein neues bestätigte, dann huschte das Mädchen ins Haus, die Türe klappte ins Schloß, Herr Pfaffinger entfernte sich mit absichtlich lauten Schritten.


Ob es nun gerade eine Ehre für den Stadtvater Trinkl war, als Schorschl eine schwache Stunde später und sehr viel leiser wieder zu dem Hause kam, die Türe frohlockend geöffnet fand und auf den Fußspitzen gehend sich einschlich? Für ihn war es jedenfalls ein Glück.

Da stand er im Dunkeln und fühlte die Nähe des Mädchens. Ein leises Rascheln. „Pst!“

Eine Hand ergriff die seine ... eine Stimme flüsterte dicht an seinem Ohr: „Ziahg’ d’ Stiefeln aus!“

Und er zog sie aus.

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Es ist Zeit, von Anton Gumposch zu reden. Denn über allem darf nicht vergessen werden, daß in der tätlichen Mißhandlung eines akademisch gebildeten Mannes der Anlaß zu einem Ehrenhandel vorlag, jedenfalls vorliegen konnte, wenn anders die uralten Gebote der Ehre auch in diesem südlichen Winkel unseres deutschen Vaterlandes noch nicht alle Geltung verloren hatten.