Und eine Treppe tiefer kam die Frau Sattlermeister Widmann, welche durch den lauten Abstieg Mühlritters in Argwohn versetzt worden war, aus ihrer Wohnung.
„Was gibt’s denn, Frau Holdenried?“
„Denken S’ Ihnen nur, g’rad jetz is der Inspektor dag’wes’n und hat nach ’n Herrn Pfaffinger g’fragt ...“
„Der Mühlritter?“
„Ja, und wie der ausg’schaut hat, sag’ ich Ihnen, und wie der g’fragt hat ... na ... das is grad, als wenn mein Zimmerherr kein Ruh’ mehr krieg’n derf ...“
Frau Widmann kam nach oben und stand lange bei ihrer Hausgenossin und tauschte mit ihr die schlimmsten Befürchtungen aus.
Aber das war an diesem Tage das Los aller Dornsteiner, dieses Leben in Angstzuständen.
Als Anton Gumposch, den Hut tief in die Stirne gedrückt, nach Hause ging, befiel ihn ein Gedanke, der seiner Gewissenhaftigkeit und allgemeinen Fürsorge angemessen war.
Wie? Wenn er sich getäuscht hatte? Wenn der junge Mensch die Last der Verachtung als zu groß befand und im letzten Augenblicke den Forderungen der Ehre Gehör schenkte?
Mußte nicht zum wenigsten die Möglichkeit ins Auge gefaßt werden?