ganz der Ihrige
v. d. Hagen.
Ich lasse eben das alte merkwürdige Heldengedicht vom ungenähten heiligen Rock, oder König Orendel von Trier, aus der einzigen Straßb. Hds. und aus dem alten Dr. 1512, davon, außer meinem Ex., das ich aus Rom heimgebracht, nur noch eins in München bekannt ist, abdrucken, mit Einleitung: Ist Ihnen noch etwas dahin gehöriges bekannt, so steuern Sie es freundlich bei.
Hagen, Ernst August.
Geboren am 12. April 1797 zu Königsberg i. Pr., wo er seit 1831 ordentlicher Professor der Kunst- und Litteraturgeschichte a. d. k. Universität ist. Er gründete den dortigen Kunstverein und giebt seit 1846 die neuen preuß. Provinzialblätter heraus.
Als er noch Student war, gewann er schon seinem romantischen Gedichte: Olfried und Lisena die öffentlich ausgesprochene Theilnahme Goethe’s. Im Jahre 1822 erschien von ihm eine Sammlung jugendlicher Poesieen. Seine Künstlergeschichten: Norica (1827) — und: Die Chronik s. Vaterstadt vom Florentiner Ghiberti, 2 Bd. (1833) haben großes Aufsehn gemacht. Die kunstwissenschaftlichen Vorträge, welche er in K. zu halten pflegt, versammeln das ausgewählteste Auditorium. — Doch all’ seine ernsten Studien haben nie vermocht, den Drang nach der Theaterwelt, der in ihm sich regt, zu unterdrücken. Es ist ihm stets Bedürfniß gewesen (wovon auch dieser Brief, der einzige in Tieck’s Sammlung vorgefundene, zeugt), sich an dramatischen Schöpfungen zu dilettiren. Den sprechendsten Ausdruck nun und nimmer absterbender Vorliebe für das Bühnenwesen im höheren Sinne, giebt seine vor einigen Jahren erschienene „Geschichte des Königsberger Theaters,“ welche in einem starken Bande eine große Masse schätzbarsten Materials mit seltenem Fleiße und strenger Gewissenhaftigkeit darbietet.
Wer den vortrefflichen Mann persönlich kennt, muß ihn auch lieb haben.
Königsberg, 5. Nov. 1837.
Hochwohlgeborner,
Hoch zu verehrender Herr und Gönner!