Er starb als Großherzogl. Minister. Die Lücke, die sein Tod in der Staatsverwaltung verursachte, mag genügend ausgefüllt worden sein.
Was er den Seinigen, den Freunden, der gebildeten Welt Darmstadt’s gewesen ist und bedeutet hat, — dafür giebt es keinen Ersatz.
I.
Darmstadt, d. 21. Aug. 1836.
Auf Ihren Brief vom 14. d., verehrtester Freund, würde ich sogleich geantwortet haben, wenn ich nicht den Schluß der verspäteten und oft unterbrochenen Versteigerung hätte abwarten wollen. Aus der Anlage sehen Sie nun das Resultat. Wenn wir auch 4 Schriften nicht erhalten haben, so können wir doch wohl triumphiren. Sie haben nun ihren Holinshed und es kostet Sie derselbe mit der Dreingabe der anderen 7 Bde. noch lange nicht das, was Sie für die beiden geliebten Folianten (welche 3 Thle. umschließen) geben wollten. Ihre Leidenschaft kann sich nun Genüge thun; ich mache nur eine einige Bedingung dabei, nämlich die, daß Sie Ihrer Jagd auf Holinshed und dessen glücklichem Fund eine halb ernst- und halb scherzhafte Novelle widmen, welche noch einen Vorläufer zu Ihrem Buche über S. machen soll. Ich werde Ihren Schatz aufbewahren, bis Sie ihn zu heben kommen; wenn er mir nur bis dahin nicht verbrannt, oder gestohlen oder (damit ich Sie mit einer gegenwärtigeren Gefahr zu uns herantreibe) von den vielen Kindern im Hause beschädigt wird!
Ihr Unglück bei Wiesloch hat die regste Theilnahme bei uns gefunden; überzeugen Sie uns bald, daß es nichts an Ihnen zurückgelassen hat. Aber wie kommen Sie über Wiesloch? Haben Sie Dstdt. incognito überfahren? Sie werden sich in diesem Punkte rechtfertigen müssen.
Der nach Mainz versetzte Hallwachs ist mein Doppeltgänger, nämlich mein Bruder. (Diese Jean Paulische Phrase nebst Parenthese gebrauche ich zu Ihrer Strafe, weil der Argwohn wegen Ihres Durchschleichens nach B. mir zum voraus nicht zu beseitigen zu seyn scheint.)
Rehbergs Tod ist Ihnen bekannt; er soll in der letzten Zeit noch viel gelitten haben. Mein Schwager Höpfner kam zufällig zu seinem Tode und hat ihn nicht mehr gesehen. Die Rehberg wird wahrscheinlich in der Nähe von Hannover, bei dem Stift Marienwerder, ihren Wohnsitz nehmen. Ein anderer Schwager von mir (der seine Familie in betrübteren Verhältnissen zurückläßt, als Rehberg die seinige) starb auch in diesen Tagen, und die Frau meines Bruders in Mainz liegt zu Frankfurt tödtlich krank, was uns alles vielen Kummer bereitet.
Heumann ist wohl zurück; ein Bayer ist er längst, jedoch nicht durch Verbauern, sondern durch Verprinzeln.
Er grüßt Sie herzlichst, wie wir alle, sammt und sonders, und alle bitten wir Sie, der Frau Gräfin unsere innige Verehrung auszudrücken und unsere Freude, daß sie mit Ihnen komme.