Verehrtester Freund!
Der wahrscheinliche Ueberbringer dieses Blattes ist der Landgerichts-Präsident Bessel von Saarbrücken, welcher sich auf seiner Reise nach Berlin einige Stunden bei uns aufgehalten hat, und den wir gebeten haben, sich womöglich von Ihrem Befinden persönlich zu überzeugen, da, nach so vielen guten Nachrichten, plötzlich eine von einem Ihnen zugestoßenen Unwohlseyn in die Zeitungen übergegangen ist.
Alle Getreuen in D. grüßen Sie herzlichst und laßen Ihnen sagen, wie sie an allem, was man von Ihnen hört und liest, mit Freude und Sehnsucht und Bangen, mit vollstem Herzen hängen.
Laßen Sie mich noch mit unseren herzlichen Glückwünschen zur Verlobung, vielleicht jetzo schon Vermählung, Ihrer lieben Tochter Agnes die Nachricht verbinden, daß meine Auguste deren Beispiel schnell gefolgt ist und sich mit einem hiesigen braven Officier, der zugleich militärischer Schriftsteller ist, Oberlieutnant Scholl, versprochen hat. Wollen wir nicht etwa beide Hochzeiten zusammen auf dem Heidelberger Schloß feiern?
Aber ach! der König wird Sie uns nun auf immer entrissen haben!
Möchten Sie doch, indem Sie diese Zeilen fassen, ganz wohl seyn, und unter den innigsten Begrüßungen der Ihrigen, mit ganz heiterem Auge zugleich die erneuerte Zusage unserer frischesten Liebe und Verehrung aufnehmen.
W. Hallwachs.