Mein Wunsch, Sie auf der Rückreise von Berlin nochmals zu besuchen, ist mir leider durch das langweilige Kalte Fieber vereitelt worden, welches mich Zehn Tage nach meiner Ankunft in der vielgepriesenen Stadt befallen, dann mit seinen schlimmen Folgen mich Monate lang geplagt und endlich mich aber und abermals heimgesucht hat. Alle meine Plane sind mir durch dieses verwünschte Fieber verdorben worden; erst vor einigen Tagen hat es mich wieder verlaßen, und ich wage noch kaum zu hoffen, daß es das letzte Mal gewesen sey.

Die kurze Zeit, die ich bei Ihnen zugebracht, gewährt mir immer die liebste Erinnerung von der ganzen Reise. Könnte ich es möglich machen, meinen Besuch bald zu wiederholen, oder einstweilen auch nur einen Briefwechsel mit Ihnen anzuknüpfen, von dem ich hoffen dürfte, daß Sie ihn gerne unterhalten möchten! Heute kann ich nur diese Wünsche ausdrücken, ich bin auf alle Weise zu sehr bedrängt. Es wird aber wohl die gute Stunde kommen, wo mir ein Mehreres gelingt, ich werde sie nicht vorbeigehen laßen. Das Leben ist so kurz, daß man kein Mittel vernachläßigen sollte, sich mit denen zu unterhalten, die uns die liebsten Freunde sind; und es gehört mit zu meinen Leiden, daß ich durch das Fieber abgehalten worden, gleich im ersten Nachhall unserer Gespräche Ihnen zu schreiben, wie ich mir es vorgesetzt hatte. Also bis Nächstens.

Meine Frau, mein Bruder und Bertram grüßen mit mir Sie und die lieben Ihrigen auf das freundschaftlichste und unter den herzlichsten besten Wünschen

ganz

Der Ihrige

Sulpiz Boisserée.

Auch den gemeinschaftlichen Freunden alles Liebe und Gute.

IV.

München, 14. October 1835.