Daß ich mich über das Benehmen unsres Königs gegen Sie höchlichst gefreut habe, versteht sich ganz von selbst.

Mit wahrer Verehrung

Ihr

herzlichst ergebener

Braniß.

III.

Ludwig Tieck an Braniß.

Dresden den lezten Octbr. 40.

Geehrter Herr Professor,

Ich fühle mich gedrungen, Ihnen noch einmal ausdrücklich für Ihre meisterhafte Beurtheilung meines Romans meinen herzlichsten Dank auszusprechen. Welche Freude, auf diese Art verstanden zu werden! Immer war es meine Ansicht und Ueberzeugung, daß die ächte Rezension sich wiederum dem Kunstwerk nähern, selbst eins werden müsse. So ist es mit solchen Aufsätzen, wie der Ihrige. Alles, was vom Enthusiasmus ausgeht und diesen verdient, kann nur vom Enthusiasmus gefaßt und verstanden werden. Was nützen alle die philosophischen (halben) Schwätzereien, die nur aussagen, der Autor sei nicht, wie sie: ein sklavischer, unselbstständiger Schüler irgend eines Systems. Seit meinen männlichen Jahren habe ich mich um alle diese Heroen der verschiedenartigen Secten nicht mehr gekümmert: kann man doch nur von verwandten Gemüthern lernen: — und wahrlich, Lernen ist eine grosse Wollust.