Koreff.


Kratter, Franz.

Geb. 1758 zu Oberndorf am Lech, Kassierer in Lemberg, — Sekretair in Wien, — Direktor des Theaters in Lemberg, — Gutsbesitzer — gestorben...?

Der Augarten, Gedicht. — Der junge Maler am Hofe. — Das Schleifermädchen aus Schwaben, Romane.

Über seine dramatischen Arbeiten dürfen wir billig schweigen, da der Leser durch den Autor im nachstehenden Briefe genügend davon unterrichtet wird. Der Brief hat wirklich um seiner Form willen wenig Anspruch auf öffentliche Mittheilung zu machen, und wäre die darin enthaltene Bitte an irgend einen andern Menschen gerichtet, so wäre gar nichts Besonderes dabei.

Daß aber Herr Kratter sich mit seinem Ansuchen zu Tieck wendet, übersteigt die Grenzen kindlicher Naivetät. Ludwig Tieck soll ihm einen Verleger für alte, längst von den Brettern verschwundene Dramen auftreiben, die gerade von den Kritikern, zu denen sich damals T. so heftig gesellte, ohne Erbarmen und Schonung perhorrescirt worden sind? Es wäre zum Todlachen — wär’s nicht zugleich wahrhaft rührend! Man erinnere sich nur des A. W. Schlegel’schen Sonettes aus der „Triumph- und Ehren-Pforte“ für den aus Sibirien zurückkehrenden „Theaterpräsidenten:“

„&c. Und wie ein Jeder kann, so fei’r’ ihn Jeder:

Du kratz’ das Herz mit Höllenfratzen Kratter,

Du siede neue Zauberinnen Zschokke,