Du lass’ die Bestien tanzen Schikaneder!“
Was ihm wohl Tieck geantwortet haben mag? — Je nun, wir denken, das ist leicht errathen. Gar nichts!
Lemberg, den 16ten April 1829.
Hochzuverehrender Herr!
Einer der vorzüglichsten Verehrer Ihrer litterarischen Verdienste ist so frei, aus dem fernen Norden Ihre Güte in Anspruch zu nehmen. Man hat mir so viel Rühmliches von der Humanität Ihres Charakters gesagt, daß ich kein Bedenken trage, mich mit einer Bitte an Sie zu wenden, deren gefällige Gewährung für mich von großer Bedeutung wäre.
Der Buchhändler Wallishauser in Wien übernahm den Verlag der Ausgabe meiner sämmtlichen dramatischen Arbeiten. Allein die Wienerzensur verboth von den ersten sechs zum Drucke eingesendeten Schauspielen zwei der Interessantesten, und verstümmelte die Übrigen so unbarmherzig, daß sie mir diese Ausgabe in den Östreichischen Staaten platterdings unmöglich machte. Da diese Schriften durchaus reine Moralität zum Zwecke haben, so ist mir die zwecklos übertriebene Strenge dieser Zensur unerklärbar.
Da ich seit vielen Jahren nichts in den Druck gegeben habe, so sind alle meine litterarischen Verhältnisse mit dem Auslande nach und nach gänzlich erloschen. Ich wage es daher, Sie in meiner Angelegenheit um Ihren gütigen Beistand zu bitten. Ihre vielfältigen Verhältnisse würden es meiner Meinung nach Ihnen nicht schwer machen, mich in Hinsicht des Verlages besagter Schriften mit irgend einer soliden Buchhandlung in Verbindung zu bringen. Deuten Sie mir es nicht ungütig, wenn ich mich dann unterfange, Ihre Bemühung im Falle eines guten Erfolges erkenntlich zu honoriren.
Verzeichniß der zum Drucke fertigen Schauspiele.
1. Der Weise im Unglück. Sch. in 5 A. von der Zensur verbothen. Ob es gleich vor vielen Jahren unter dem Titel: Der Vizekanzler auf dem K. K. Hoftheater sehr oft mit grossem Beifall gegeben worden ist. Als eine jugendliche Arbeit verwarf ich es nun, und gründete auf den sehr anziehenden Stoff ein ganz neues Schauspiel unter der obigen Benennung.