Heute las ich den Vorbericht Tafel’s zu dem ersten Theil der von ihm herausgegebenen Werke Swedenborg’s, der auch Ihnen in mancher Hinsicht merkwürdig sein wird, besonders wegen der Abschätzung der verschiedenen christlichen Kirchen, und wegen des Ganges der Gedanken und der Gefühle, wodurch ein so wohlunterrichteter Mann, wie dieser Tafel erscheint, dennoch ein Gläubiger an die unmittelbar göttliche Sendung und Inspiration Swedenborg’s werden konnte.

Ich wünschte, daß der Überbringer dieses Briefes, mein Freund, der Diaconus M. Wagner, Ihre nähere Bekanntschaft machen dürfte. Er ist ein sehr schätzbarer Mann, von reger Empfänglichkeit für alles Wahre, Schöne und Gute, wahrhaft fromm, von kirchlichen Vorurtheilen frei, und hat sich durch seine Wirksamkeit als Prediger, und als der thätigste Mitstifter der neuen Freischule, die Anerkennung eines großen Theiles der Dresdner Bürgerschaft erworben.

Ich, meine Frau und Sophie, wir empfehlen uns hochachtungsvoll Ihnen, Ihrer Frau Gemahlin, sowie der Frau Gräfin, und Ihren Fräulein Töchtern, und ich bin stets mit Verehrung und Liebe

Ihr

ergebenster Freund

K. Chr. Fr. Krause.


Krickeberg, Friederike, geb. Koch.

Tochter des Schauspieldirektor Koch, unter dessen Leitung sie bei einer reisenden Truppe vergangener Zeiten, im guten Sinne geführt, zur beliebten Schauspielerin emporwuchs, und sich auch in Berlin Geltung erwarb. Eine Zeitlang hatte sie dann, mit ihrem Gatten, Hrn. Krickeberg, im Verein, die Direktion des Schweriner Theaters. Während Graf Brühl’s Intendanz ward sie Mitglied der Königl. Schauspiele, und behauptete, obgleich im Ganzen wenig beschäftigt, bis zum Tode den Rang einer durch Geist und sanfte Sitten bevorzugten und im geselligen Umgange hochgeschätzten Schauspielerin. Sie hat sich auch mit Erfolg in verschiedenen Umarbeitungen (nicht Übersetzungen) französischer Stücke versucht. Aber von Allem was sie geschrieben möchte wohl nichts zu vergleichen seyn, mit dem zweiten dieser Briefe; und keine Rolle, in welcher sie auf mehr denn sechszigjähriger Theaterlaufbahn Beifall erworben, kann der Rolle gleich kommen, die sie hier bekleidet. Wir haben sehr beklagt, daß alle ihren andern Zuschriften an T. abhanden gekommen sind, und schieben, als Ersatz für das Verlorengegangene einen Tieck’schen Brief dazwischen; einen der wenigen, die sich für solchen Zweck ins Reine geschrieben, und von seiner Hand korrigirt, vorfinden.

I.