Auch heute will ich nur das sagen: Jener köstliche Heinrich war mir freilich von A bis Z bekannt und auch erinnerlich; aber wenn nun Alles und Jedes in ihm, scharf umrissen und vollendet ausgemalt, vor mir und in mir lebt, so verdanke ich das Ihnen. Und wenn ich nun weiß, wie sich das Vorlesen überhaupt, hoch, bis zu einer selbstständigen Kunst steigern läßt, so verdanke ich das Ihnen auch.

Wie könnte ich da anders, als meine Bitte wiederholen: Lassen Sie mich wissen, wenn Sie wieder vorlesen. Für mich, wie ich nun eben bin, enthält Dresden nichts Genußreicheres, und für Sie macht ein Zuhörer keinen Unterschied. Dankbar

Ihr

Rochlitz.

IV.

v. H. d. 17ten Octob. 28.

Niemand weiß besser als ich, daß man einem verehrten Manne kaum einen geringeren Erweis seiner dankbaren Gesinnung und treuen Anhänglichkeit darbringen kann, als wenn man ihm ein selbstverfaßtes Buch giebt. Kaum einen geringeren; und doch auch kaum einen gültigeren. Jedes Andere unerwähnt: ist doch ein mit Liebe und Fleiß geschriebenes Buch das Beste, was ein Autor hat, und gewissermaßen, was er ist. Thut er doch mit der Zusendung seine Ueberzeugung dar, der Andere werde Eindringlichkeit, Nachsicht, freundliches Wohlwollen an dem Buche üben, und eben weil er diese daran geübt hat, ihm geneigt seyn, — und dem Autor auch. Darum und dazu nehmen Sie, bitt’ ich, dieses mein Buch hin; zumal da es, wenigstens in dieser Gattung, zuverlässig mein letztes bleiben soll. Sollte es aber auch blos Sie zuweilen wieder an mich erinnern, so bin ich schon zufrieden.

Hiermit empfehle ich mich Ihnen, so gut ich kann.

Ihr

Rochlitz.