der Ihrige

E. Schenk.

Den 17. Juny 1835.

Der junge Mann, der Ihnen dieses Schreiben überbringen sollte, ist in Amberg erkrankt und hat, hiedurch an seiner Weiterreise verhindert, mir dasselbe zurückgesendet. Da jedoch meine Zeilen mehr ein Empfehlungsbrief für mich selbst als für ihn seyn sollen, so bin ich so frey, sie Ihnen unverändert durch die Post zu übersenden.

Schenk.


Schlegel, August Wilhelm.

Geboren zu Hannover 8. September 1767, gestorben zu Bonn am 12. Mai 1845.

Gedichte (1800) — Ion, Tragödie (1803) — Vorlesungen über dramatische Kunst und Litteratur, 3 Bde. (1809–11) — Poetische Werke, 2 Bde. (1811–15) — Indische Bibliothek, 2 Bde. (1820–26) — Kritische Schriften &c. &c.

All’ diese Büchertitel, mögen sich auch an einige derselben unsere jugendlich-begeisterten Erinnerungen knüpfen, sind doch keinesweges genügend die umfassenden Verdienste des Mannes einigermaßen zu bezeichnen. Wohin wir blicken, ist er von Jugend auf Vorgänger, Führer, Lehrmeister gewesen auf dem Wege zur Erkenntniß des Großen und Schönen in der Poesie aller Völker. Er ist’s gewesen, der mit genialem Fleiße Calderons geheimnißvolle Tiefen deutschem Verständniß näher gerückt; Er hat uns zuerst durch große kühne That dargethan, daß Shakspeare auch uns gehört; die siebzehn Dramen, die Schlegel (und wann? und ohne Vorbild; ohne jegliche Beihilfe!) verdeutschte, sind so recht unser Eigenthum geworden.