Diese Zeilen überbringt Dir Herr Dubois, General-Inspector der Universität von Paris und Mitglied der Deputirten-Kammer. Er ist mir angelegentlich vom Herzoge von Broglie empfohlen worden, und ich empfehle ihn eben so angelegentlich Deiner wohlwollenden Aufnahme. Mache ihn mit der dortigen Kunstwelt bekannt, besonders auch mit Deinen eignen Werken. Auf die Frontons am Theater machte ich ihn schon aufmerksam, als auf das Beßte, was die neuere Zeit in diesem Fache hervorgebracht. Lebe recht wohl, und gieb mir bald gute Nachrichten von Dir.

Dein treuer Freund und Bruder

A. W. v. Schlegel.

XXXVII.

Bonn, d. 9ten März 39.

Theuerster Freund!

Meine liebenswürdige und geistreiche Freundin, Frau Naumann, will die Güte haben, die beiliegenden Blätter an Dich zu besorgen. Ich bin mit Amtsgeschäften überhäuft und war seit mehreren Tagen unwohl; es fiel mir daher unmöglich, die Sendung mit einem Briefe zu begleiten. Doch bedarf es dessen wohl nicht. Ob ich jemals wieder über meinen Shakspeare sprechen würde, schien sehr zweifelhaft, weil mir die Sache unsäglich zuwider geworden war; daß ich aber, wenn ich spräche, meine Meinung frei heraus und ohne Rücksicht sagen würde, das war vorauszusehen. Lebe recht wohl.

Dein treuer Freund

A. W. v. Schlegel.