Wilhelm Martell.
Schlegel, Friedrich.
Geb. am 10. März 1772 zu Hannover, gestorben am 12. Januar 1829 zu Dresden.
Lucinde, Roman (1799.) — Alarkos, Trauerspiel (1802.) — Florentin. — Gedichte (1809.) — Ueber die Sprache und Weisheit der Inder (1808.) — Geschichte der alten und neuen Litteratur, 2 Bde. (1815.) — U. a. m. — Sämmtl. Werke, 12 Bde. (1822 und später).
Wie zwei Brüder nach gemeinsam begonnenem, weltstürmendem Auftreten in Wissenschaft und Poesie, Beide in die Mysterien altindischer Weisheit sich vertiefend, und darin wandelnd, an ganz entgegengesetzten Ausgängen anlangend, einander fremd werden konnten — ja mußten, das wird aus diesen, an einen gemeinschaftlichen Vertrauten ihrer schönen Jugend gerichteten Briefe recht klar. Der ältere August Wilhelm, den Friedrich einen „Pedanten“ schilt, klagt über Friedrichs Verirrung, wie er es nennt, in religiösen und philosophischen Dingen, und daß der Bruder ihm völlig unverständlich geworden sei.
Tieck stand zwischen ihnen. In der durch den Lauf der Jahre oftmals entschlummerten, niemals erstorbenen Anhänglichkeit für diesen Zeugen erster schäumender Jugendkraft, finden sie sich denn wohl wieder, gleichsam auf neutralem Boden. Der Jüngere schied zuerst. —
Wir lassen seinen Briefen zwei Zuschriften der ihn überlebenden Gattin folgen; die zweite, so mild-versöhnliche, als schönstes Denkmal für den Verstorbenen, und für die ihn Ueberlebende!