Hiebei erhalten Sie mit Dank Ihren Indice general zurück. Ich habe einen Auszug der zweifelhaften Stücke des Calderon gemacht, und lege Ihnen hier eine Abschrift davon bei. Wenn Sie nun sich deshalb nach Wien meinetwegen und des Calderon wegen wenden wollten, so würde vielleicht kein Zeitpunkt günstiger sein, als der jetzige. Denn es wird jetzt in Wien durch die Gnade des Ministers Altenstein eine Abschrift des griechischen Codex der sieben weisen Meister auf der dortigen Bibliothek für mich gemacht (Aus Paris habe ich schon den Anfang der griechischen 7 Meister und der Disciplina clericalis vom Ministerium erhalten); es würden also die dortigen Bibliothekare so weniger Bedenken tragen einem Mann dergleichen anzuvertrauen, der Ihr Vorwort und das Zutrauen des Ministeriums besitzt. Vielleicht ließe sich der Transport dann auch auf gesandtschaftlichem Wege (denn so werden mir die Abschriften übermacht) besorgen.

Aber auch den Dunlop kann ich Ihnen leider in diesem Augenblick nicht schicken. Ich will nämlich (N. B. wenn ich Zuhörer gewinnen kann) Ostern Geschichte der neueren Litteratur auf der Universität lesen, nach eignen Diktaten. Ich muß die Collegia dazu vorher ziemlich ausarbeiten, da ich Anfänger im Collegium-Lesen bin, und da ist der Dunlop ein unentbehrliches Noth- und Hülfsbuch. Indeß hoffe ich doch recht bald Ihnen damit dienen zu können, denn ich habe auf der hiesigen Königl. Bibliothek um dessen Anschaffung dringend gebeten, und hoffe mit Erfolg. Sobald er nun hier angelangt ist, erhalten Sie mein Exemplar zum Gebrauch, denn alsdann bin ich zu dem Exemplar der Bibliothek der nächste.

Vielleicht kennen Sie die neue Uebersetzung der 1001 Nacht von Scott noch nicht, deren 6ter Theil von Galland, Cardonne und dem letzten Franzosen (der Name fällt mir nicht ein) nicht gekannte Stücke enthält. In dieser Voraussetzung übersende ich Ihnen diesen, um doch nicht ganz leer zu erscheinen. Bald meine Vorlesung über Calderon und Ihre 3 Bände zurück. Werden Sie nächstens ganz gesund, und erhalten mir Ihre Zuneigung und Freundschaft, die mir so werth ist.

In großer Eil.

Ihr

F. W. V. Schmidt,

Fischerstraße 22.

Viele Empfehlungen an Ihre werthen Angehörigen.


Schnaase, Karl.