der Ihrige
F. Nicolai.
Oehlenschläger, Adam Gottlob.
Geb. den 14. November 1779 zu Kopenhagen, als Konferenzrath &c. daselbst gestorben am 20. Januar 1850.
Er hatte sich verletzt gefühlt durch einige Urtheile Tiecks über seine Schriften; hauptsächlich wohl mag es die Uebersetzung Holberg’s gewesen sein, die Jener vielleicht zu streng tadelte, und welche die alten Freunde auseinander brachte. Schön ist, was O. im ersten Schreiben (nach Goethe’s Tode) von der Versöhnung mit T. sagt.
Oehlenschläger ist ein dänischer Dichter gewesen; seine „Gedichte“ (1803.) — die poetischen Schriften, 2 Bde. (1805.) verkünden ihn als solchen.
Aber er war auch ein deutscher Dichter. Er gab uns die besten seiner Dramen auch in deutscher Sprache, mit bewundernswerthem Eingehen in ihren Genius; und wo er fehlte, fehlte er poetisch; so daß Goethe mit vollem Rechte aussprechen durfte: „Man schreibt eigentlich nicht so, doch man könnte (ja man sollte) so schreiben.“
Palnatoke — Axel und Walburg — Hakon Jarl und andere seiner Werke werden bleiben — wenn freilich so entschiedene Irrthümer wie „Hamlet“ und dergleichen, kaum geboren schon ihr Ende fanden.
Correggio, diese in Deutschland bekannteste seiner Dichtungen, hat strenge Beurtheiler gefunden, hat doch aber auch viele begeisterte Freunde sich erworben. Es giebt Scenen darin, deren Pracht mit nichts zu vergleichen ist. Chamisso schloß einstmals eine lange Diskussion für und gegen dieses Gedicht mit der Aeußerung: „Meine lieben Freunde, ich denke, wir streiten um des Kaisers Bart; wer eine Tragödie in fünf Akten, in solchen Versen machen kann, und seinen Helden mit einem Worte[2] tödtet.... der ist doch wohl ein Dichter!“