II.
Den 28. Novbr. 1843.
Hochverehrter Herr und Meister!
Wenn das beifolgende Blatt Sie etwas ungeduldig macht, so denken Sie nur, daß ich dies fürchtend lange anstand es Ihnen zu senden.
Nun ich es heute doch thue, habe ich mir allerlei Gründe ausgedacht, warum ich es thun dürfte, und Sie in gewohnter Weise still halten müßten.
Und vielleicht ist es doch nur ein Grund — einer aber für Alle — „daß Sie da sind! Daß wir Sie haben!“ — Und daraus entsteht dann mein Grund: ich möchte gern, daß Sie mein Gewissen würden — daß Sie Ihr Auge auf mich richteten und theilnehmend zusähen, wie ich mich aus innerer unbezwinglicher Nothwendigkeit gestalte — ich habe ein Gefühl, als müßte mir das Seegen bringen!
Lassen Sie gütigst sagen, ob man Sie schon besuchen darf, und wie es mit dem Befinden der Frau Gräfin geht!
Voll inniger Verehrung Ihnen ergeben!
Henriette Paalzow
geb. Wach.