Ew. Hoch-Wohlgeboren
ergebenster
v. Skepsgardh.
Ich bitte es für keine absichtliche Ungezogenheit anzusehn, daß ich den Brief nicht frankire, in diesem Augenblick bin ich es durchaus nicht im Stande. Haben Ew. Hochwohlgeb. die Güte mir mein Manuskribt unfrankirt zuzuschicken.
Solger, Karl Wilhelm Ferdinand.
Geb. am 28. Nov. 1780 zu Schwedt, gest. am 20. Oct. 1819 als Professor an der Universität zu Berlin.
Tieck schreibt: „Im Herbst (1810) hatte T. in Frankfurt a. O. Solger aufgesucht; dafür kam in diesem Jahr (1811) in den Pfingsttagen S. nach Ziebingen, einem Landgute, auf welchem T. damals lebte, und wohnte einige Tage dort. Sie verstanden sich näher, und T., der gegen den ausgezeichneten Mann, wie gegen alle Philologen und Philosophen von Profession, ein gewisses Mißtrauen gehegt hatte, war überrascht, in den meisten und wichtigsten Dingen mit ihm so übereinzustimmen. Tieck brauchte seiner Gesundheit wegen im Sommer das Bad zu Warmbrunn in Schlesien; Solger besuchte mit einem Freunde nur auf wenige Tage das Gebirge und traf den neu erworbenen Freund dort &c. — — denn damals hatten sich die Gemüther der Freunde erst ganz gegen einander eröffnet. Seitdem blieben sie in Verbindung &c.“
Was nach jener für beide Männer glückseligen und beglückenden Epoche aus ihrem Briefwechsel mitzutheilen für zweckmäßig erachtet worden, haben Fr. v. Raumer und L. Tieck in die von ihnen herausgegebenen „Solgers nachgelassene Schriften“ aufgenommen. Das erste an Tieck gerichtete Briefchen, welches da zu lesen steht, ist vom 7. Juni.