Die drei Briefe, welche sich jetzt noch in T.’s Briefsammlung vorfanden, waren (obwohl von ihm für den Abdruck aufbewahrt) ganz unbenützt geblieben.
Der dritte derselben ist gewiß sehr interessant.
I.
Frankfurt a. d. O., den 28sten März 1811.
Wohlgeborener,
Hochzuehrender Herr.
Verzeihen Sie mir, daß ich Ihnen auf Ihren mir sehr angenehmen Brief, den ich durch Hrn. Prediger Kadach erhielt, noch nicht früher geantwortet habe. Weckherlin ist nicht auf den hiesigen Bibliotheken, und Schmidts Geschichte der Deutschen war stückweise verliehen, so daß ich nicht wußte, welche Bände ich Ihnen schicken sollte. Ueberdies verlangen unsre Hrn. Bibliothekare, wenn wir in den Ferien verreisen, die geliehenen Bücher von uns zurück, und dieser Fall trifft mich, da ich noch heute Abend nach Berlin reise. Ich muß Sie daher auch bitten, den Petz gefälligst bald wieder zurückzuschicken, und zwar unmittelbar an die Steinwehrsche Bibliothek, oder auch an Herrn Doctor Schwarz, der ihn gern wird an diese gelangen lassen.
Was die Seidelsche Auction betrifft, so muß ich Ihre Commissionen jetzt an jemand anders überlassen, durch den sie aber sicher und gewissenhaft besorgt werden; auch habe ich schon einen beträchtlichen Theil der von Ihnen aufgezeichneten Bücher zu sehr guten Preisen erstanden. Nach meiner Rückkehr melde ich Ihnen das Weitere.
Sie entschuldigen mein flüchtiges Schreiben gewiß mit meiner Eil bei der nahen Abreise. Da ich in Berlin manches zu thun habe, so muß ich in den Osterferien auf das Vergnügen, Sie zu besuchen Verzicht thun, hoffe aber im grünenden Frühjahr, wenn Sie nichts dagegen haben, einige Tage bei Ihnen zuzubringen. Empfehlen Sie mich den Herren Grafen von Finkenstein und der Kadachschen Familie.
Mit der ausgezeichnetsten Verehrung
Ihr