ergebenster

Solger.

II.

Frankfurt, den 18ten Mai 1811.

Einige Strafe, verehrter Freund, habe ich von Ihnen verdient, daß ich Ihnen nicht früher von Ihrer Commission Rechenschaft abgelegt habe. Sie werden nun sehen, daß Sie die Hauptsachen unter den verlangten Büchern erhalten haben. Den Schelmufsky hätte ich Ihnen wohl noch gegönnt. Brentano und Arnim setzen ihn dem Don Quixote an die Seite. Indessen hat er wirklich seine Meriten. Die Bücher, welche Sie nicht bekommen, sind alle über den von Ihnen gesetzten Preis getrieben worden. Der Commissionär ist einer, der dies kleine Geschäft aus Gefälligkeit übernommen hat. Ich wollte, ich könnte Ihnen hier noch mehr dergleichen Dienste leisten, damit Sie sehn, daß ich nicht immer so nachlässig bin. Meine Reise nach Berlin kam dazwischen, und dann viele Arbeit und mancherlei Unruhe, welche die Verlegung der Universität bewirkt. Ich weiß bis jetzt noch nicht mit Gewißheit, ob ich nach Berlin oder nach Breslau komme. An beiden Orten soll ich ordentl. Professor der Philosophie werden, und da wird mir denn die Wahl schwer; aufrichtig gesagt, gefallen sie mir als Universitätsstädte beide nicht.

Sie sind so gütig, mich an meinen versprochenen Besuch zu erinnern. Da darf ich es wohl wagen, mich selbst zu Pfingsten, wo ich wieder einige Tage frei habe, anzumelden. Ich würde mich sehr freuen Sie zu sehn und den Finkensteinischen Herrschaften vorgestellt zu werden. Auch die Bekanntschaft des Herrn Prediger Kadach, die ich hier gemacht habe, wünsche ich recht sehr fortzusetzen. Haben Sie aber die Güte, mich vorher noch unverhohlen wissen zu lassen, ob ich zu jener Zeit gelegen kommen würde.

Hagen hat erhalten, was Sie ihm gesandt haben; es wundert mich, daß er Ihnen noch nicht geantwortet. Vielleicht geht er auch nach Breslau.

Wie sich das Kind des Herrn Dr. Schwarz befindet, kann ich nicht sagen, da ich ihn in einigen Tagen nicht gesehn habe. Er mag Ihnen wohl durch diesen Boten selbst schreiben.

Mit der vollkommensten Hochachtung nenne ich mich