Uebermorgen erhalten Sie einen cabbalistischen Aufsatz. Mein Genius hat mir wieder angesprochen und mir — wahrlich sonderbare Dinge von 1–2–3–5 aus 7 zu 3–7 aus 2 zu 5 — das vernünftige Decimal- und das mystische Duodecimalsystem entdeckt. Ich glaube, daß sie selbst sich ergözen werden über das Zählen der Natur — das bedeutender ist, als man glaubt. — Ich werde recht zum Schreiben getrieben und bin jetzt, natürlich, nur wenig gestört. Wie wünschte ich bey Ihnen zu seyn. — Vieles würde sich in Gesprächen leicht entwickelt, was mir jetzt entgeht. —

Sie können — alle Tage — mit der Botenfrau, die diesen Brief bringt — ein paar Zeilen nach Tharand spediren. —

Diesmahl bitte ich mir wirklich aus, daß Sie mir mit ein paar Zeilen schreiben: wie Sie und Ihre Familie sich befindet: ob Gustav noch krank ist.

Grüßen Sie die Madem. Hanna, Dorothea, Elisabeth Reichard, und sagen Sie Ihr, daß mein Genius mich ihre Hand im Traume gezeigt hat, daß ich ihr ganzes zukünftiges Schicksal kenne und — daß Sie erstaunen wird — so wenig hilft es sich zu sträuben. — Ich freue mich darauf die Hände, die ich nicht sehen darf, wenigstens mit zugemachte Augen, küssen zu dürfen.

Leben Sie wohl und grüßen Sie Ihre Frau recht sehr.

Steffens.

II.

Halle, d. 3. Junii 1802.

Bester Freund!