Wie tief mich der Ton Ihres Briefes gerührt hat, mein väterlicher, hochverehrter Freund, soll Ihnen der Eifer beweisen, mit dem ich mich bestreben werde, mich dieses Briefes würdig zu zeigen. Der Schauspieler Krüger hat mich gebeten, ihm einen Brief an Sie mitzugeben, und ich werde wohl genöthigt sein, die Farben etwas stärker aufzutragen, da ich nicht weiß, was er damit anfangen kann.
Empfehlen Sie mich, mein gütiger, liebevoller Meister und Freund, der Frau Gräfin von Finkenstein zu Gnaden, so wie allen theuern Ihrigen auf das herzlichste.
Ihr ewig dankbarer
Fr. v. Uechtritz.
VII.
(Bruchstück.)
Trier, den 24. Juny 1828.
Mein hochverehrter Freund!
Wie Sie wissen, bin ich zum hiesigen Landgerichte versetzt worden und Ihre Frau Gemahlin, die ich so glücklich war, auf dem Dampfschiff von Coblenz bis Bonn zu begleiten, sagt mir, daß Sie mit dieser Veränderung meines Aufenthaltes und meiner Entfernung von Berlin zufrieden seyen. Meine Entfernung von Berlin mag nun allerdings ihre guten Seiten haben, denn es ist in meinen Jahren gewiß wohlthätig, von Zeit zu Zeit in neue Verhältnisse versetzt zu werden, wenn man die frühern — ich möchte sagen — ausgelebt hat, und Berlin war zur Zeit meiner Abreise der Tummelplatz sehr unedler Streitigkeiten. Auch mein Name, den ich bis jetzt von solchem Schmutze rein zu erhalten gesucht habe, ist dabey genannt worden, aber ganz ohne mein Wissen und Willen, wie Ihnen vielleicht Raumer schon mitgetheilt haben wird. Man hat ihn (so wie den Namen des Dr. Förster) unter die ganz verfehlte Erklärung der Dreyzehn[11], ohne mich vorher zu befragen, mit unterdrucken lassen. Meine Entfernung zu einer solchen Zeit konnte mir nur angenehm seyn — aber leider tritt mir das hiesige Leben nicht als ein sonderlicher Ersatz für so manches, was ich in Berlin verloren habe, entgegen.