Du lachst? — schrie er wüthend, — Omar, komm, wir wollen uns beide wahnsinnig spielen und mit den Nägeln unsre Gesichter zerkratzen, damit ich mich im Spiegel nie wieder kenne! — Omar, willst du deinen Freund nicht schützen?

Suche Schutz beim Schicksal und bei Gott! sagte Omar lachend.

Du hast sie mir gestohlen! rief Abdallah aus, gieb mir mein Eigenthum zurück! —

Er stürzte auf Omar zu und ergriff ihn wüthend bei der Brust.

Ich kann es dir nicht wiedergeben, antwortete Omar kalt, ich gehöre Mondal an. —

Abdallah stürzte mit neuen Schrecken rückwärts. — Mondal? schrie er, — o so ist es dennoch alles wahr? — Mondal!

Er saß starr und leblos da, alle Fürchterlichkeiten hatten seine Kräfte erschöpft. —

Itzt mußt du alles wissen, sprach Omar, diese Quaalen hab' ich dir bis zuletzt aufgespart, damit du nicht darben dürftest. — Wisse, ich war es, der Ali Selim's Verschwörung verrieth, meine Abreise war eine Lüge um dich und Selim zu täuschen. — Mondal! meine Rechnung ist richtig und ich bin frei!

Abdallah wand sich in zuckenden Krämpfen, es zermalmte seinen Busen und er konnte lange nicht sprechen. — Du hast es meisterlich vollbracht, sagte er endlich, ich möchte dir verzeihen, wenn ich es nicht wäre, der zum Abdallah verdammt worden ist; o wechsle mich mit dem elendesten Gewürme aus, und ich will jauchzen. — Sogar der armseligste Trost fehlt mir, mich zu laben, es ist auf dieser Erde kein Elenderer als ich; der gefolterte Sklave, der gespießte Verbrecher würde sich nicht gegen den glücklichen Gemal Zulma's austauschen lassen, o könnte mir die Wonne werden, daß ich ein Bösewicht würde, der unter Millionen Quaalen auf der Folter in Stücken gerissen würde, und nicht dieser Abdallah. —

Omar sahe triumphirend auf ihn hin: — Es war keine leichte Arbeit, sagte er, diese schöne Seele so zu verstümmeln.