Abdallah fuhr auf. — Erinnere mich daran nicht, schrie er mit den Zähnen knirschend, Hämischer! nicht diese Erinnerungen! — Omar, sieh wie weit du mich in den Abgrund hinabgerissen hast, laß mich nun ganz hinunterspringen! — Du gehst zu Mondal zurück, o nimm mich mit dir, laß mich nicht zurück, — ich muß ihn kennen lernen und sein Freund werden, ich will ihm bald ähnlich sein, meine Prüfung habe ich schon überstanden.

Er blickte matt empor. — Omar war nicht mehr da, ein unbekanntes gräßliches Wesen saß neben ihm. — Abdallah stürzte wie eine Leiche zurück. —

Das hagre Gesicht beugte sich fürchterlich auf ihn herab. — Elender, krächzte es, — dies ist Omars wahre Gestalt, wenn er die lästige Larve abnimmt, — so kannst du ihn ewig nicht ertragen. —

Abdallah lag noch ohne Bewegung auf dem Polster. —

Es hob sich neben ihm auf, ging zur Thür, er hörte sie öffnen, der Fremde ging hinaus und schloß sie hinter sich wieder zu. —


Zehntes Kapitel.

Abdallah war auf seinen Sitz zurückgesunken. — Alles war still um ihn her, er schlug die Augen wieder auf.

Der runde Mond sahe durch die purpurnen Vorhänge der Fenster, die Stunde der Mitternacht ward ausgerufen. — Alle Lichter im Saale waren erloschen, nur ein einziges brannte in der Ferne noch matt und blau und zuckte sterbend und flimmernd auf und nieder. — Itzt erlosch es und ein kleiner Strahl von Dampf zog sich aufwärts und verflog in der Dämmerung. —

Nun bin ich allein, sagte Abdallah leise, — nun ihr Schauder, nun werft euch alle auf einmal über mich! — Ihr Flüche Selims, kommt heran, itzt habt ihr Zeit, mich zu zermalmen. — O sie sind schon gräßlich in Erfüllung gegangen, ich habe alles erduldet und überlebe die fürchterliche Zerstörung. — Die Schauder mögen sich itzt an mir versuchen, ich spiele vertraulich mit ihnen, die Gräßlichkeit ist meine Braut geworden, ich erschrecke nicht mehr vor ihr. —