Adalbert. Und werden diese Hoffnungen nie Verzweiflung werden? Wird diese schöne Frucht nie vertrocknet vom Baume fallen? — Ach, Emma! — der Winter kömmt endlich: und Sommer und Herbst sind nur ein schöner Traum gewesen. — Wie dann?
Emma. Dann laben wir uns an der Erinnerung dieses schönen Traums, wie Kinder, die im Finstern erwacht sind und gern wieder einschlafen möchten.
Adalbert. Emma! wird dein Vater je den armen verwaisten Knappen Adalbert, der nichts als sein Schwert besitzt, mit deiner Hand beglücken? — Er, der Herr so vieler Burgen, der Besitzer großer Schätze? Wird er das je?
Emma. Willst du denn, daß ich durchaus sagen soll: ich glaube es nicht. — Doch warum wollen wir nur immer zweifeln? — Er hat dich erzogen, er liebt dich wie seinen Sohn, er schätzt deine Tapferkeit — Adalbert! wir wissen ja nicht, was die folgende Stunde gebiert, warum wollen wir denn über künftige Jahre hinwegschauen? — Trage von itzt an dieß grüne Band um deinen Arm, es erinnert dich vielleicht im Kampfe, dein Leben nicht unnöthig zu wagen.
Adalbert. Grün ist die Farbe der Hoffnung.
Emma. Und die Meinige. Verlier' es nie, es sei dir ein Unterpfand meiner ewigen Liebe und Treue.
Adalbert. Auch wenn die Farbe verbleicht ist? —
Emma. Auch dann.
Itzt rauschte die Thür eines Gemachs, die beiden alten Ritter traten heraus; ein stummer Händedruck, und Adalbert und Emma schieden. — —
Alles war wieder laut und geschäftig in der Burg, die Sonne war schon seit einigen Stunden aufgegangen, als vor den Thoren von Mannstein ein Ritter hielt, und begehrte eingelassen zu werden. Die Thore öffneten sich, im Burghofe stieg er ab, und ward dann in den Saal zum alten Friedrich geführt.