Adalbert. Verschont einen Unglücklichen; ihn um sein Unglück fragen, heißt ihm einen Schlag auf seine frische Wunde geben.
Der Fremde erhob das Visier des Räubers, den Adalbert erlegt hatte. — Ha! Manfred! rief er aus.
Manfred? schrie Adalbert. — Ja, bei Gott! Mußtest du mir hier deine Schuld bezahlen? — Nun wirst du nicht mehr die Veste Friedrichs berennen wollen. —
Kommt mit mir, junger Held, sprach der Fremde, begleitet mich zu meiner Burg, ich bin der Ritter von Löwenau, wenn euch mein Name nicht unbekannt sein sollte.
Sie gingen. — Ich kenne ihn, begann Adalbert, der schändliche Manfred hatte während Eures Aufenthalts in Palästina eure Ländereien in Besitz genommen.
Ja, und als er vernahm, daß ich zurückgekehrt sei, legte er sich mit seinen Gesellen in das Dickicht dieses Gebüsches, weil er wußte, daß mich meine Straße hindurchführte. Wir sind meiner Veste nahe, ich schickte daher mein Gefolge voraus und setzte allein meinen Weg fort. Ich ward überfallen und wäre ohne Euren tapfern Beistand verloren gewesen.
Sie traten aus dem Wald heraus und die Burg lag vor ihnen. Adalbert wollte gehn. Wohin? fragte Wilhelm von Löwenau.
Wo ich keinen Menschen, wo ich keinen Glücklichen sehe, antwortete Adalbert. Warum sollte meine Traurigkeit eure Freude stören?
Löwenau. Bist du ein Verbrecher? — Er ließ seine Hand fahren.
Adalbert. Nein, dem Himmel sei Dank!