Abdallah. O Zulma, wie hab' ich diesem Augenblick entgegengesehn! — Was hatt' ich dir zu sagen, — und nun, — meine Zunge ist stumm, kaum bin ich mich meiner selbst bewußt.

Zulma. Wo findet die Liebe Worte? — o Abdallah, wie glücklich machst du mich, — wie haben dich seit drei Monden meine Augen nun so oft vergebens gesucht, als ich dich an jenem Feste unter meinem Fenster erblickte, tausend heimliche Seufzer sind dir nachgeflogen, — und nun sind alle meine Wünsche erfüllt!

Abdallah. O wie werd' ich mich von der Quaal dieser Wonne wieder erholen können? Wie wird mir nun die Welt dort draussen leer und öde sein! — O Zulma, könnt' ich hier, hier zu deinen Füßen sterben, daß mein Geist aus einem Paradiese in das andre schlüpfte!

Er warf sich nieder und bedeckte die Hände Zulma's mit Küssen. — Zulma beugte sich zärtlich auf ihn herab, eine Thräne, halb von Freude, halb von Wehmuth glänzend, trat in ihr schwarzes Auge. »Liebst du mich wirklich, Abdallah?« fragte sie mit der rührendsten Unschuld.

O laß mich schwören! rief der trunkene Abdallah aus, bei dem Hauch der Liebe, der durch den Garten wandelt, bei der Liebe, die aus dem Himmel mit tausend goldenen Augen auf uns herabsieht, —

Zulma ergriff seine Hand. — Lügner, sagte sie leise, und dieser Ring, — sie hielt ihm den Zaubertalisman an der linken Hand entgegen.

Ein dumpfe Bangigkeit zog durch Abdallah's Brust, es war ihm, als würden furchtbare Gestalten aus den rauschenden Gebüschen hervortreten; er verschloß die Augen und verbarg sein Haupt an Zulma's Busen.

Nein, sagte er betäubt, dies ist ein Geschenk der Freundschaft, ein heiliges Versprechen meines Glücks, ein Unterpfand, das mich deines Besitzes versichert. — O Zulma mein, auf ewig mein!

Zulma. Auf ewig?

Abdallah. Es soll, es wird sein! — warum würde sich alles so wunderbar fürchterlich an einander reihen, wenn es nicht dazu wäre? O das Schicksal häuft nicht Begebenheiten, um seine Menschen elend zu machen; ich werde glücklich sein!