| Sonne der Nacht! |
| Himmel meiner Seele! |
| Reizgeschmückte, |
| Schönheitgekrönte, |
| Ich nahe deiner Gottheit! |
Er hing die Laute auf die Schulter und nahte sich der Mauer. — Selbst die leblose Natur schien ihn zu begünstigen, die Zeit hatte aus der Mauer viele Steine herausgenommen und so Stufen gebaut, auf denen er leicht bis auf die oberste Decke der Wand stieg. Mit einem kühnen Sprunge stand er dann in dem Garten.
Verworren standen hier tausend Lieblichkeiten durcheinander, Bäume schienen in Bäume verschlungen. Die Winde wühlten in tausend Wohlgerüchen und jagten und verließen sie wieder, und die Blumen schüttelten zutraulich ihr Haupt gegeneinander. — Abdallah eilt mit großem Schritt durch den Garten, er hat vergessen wo und wer er ist, er fliegt zu einer blühenden dunkeln Laube von Jasmin, erkennt die reizende Zulma, in einer schönen Stellung auf einen Rasensitz hingegossen und stürzt in namenlosen Entzückungen ohne Sprache, ohne Besinnung vor ihr nieder. —
Zulma beugte sich schüchtern über ihn. — Abdallah! flüsterte sie leise, — Abdallah!
Abdallah hob langsam sein Haupt auf und legte es zitternd auf ihr Knie.
Steh auf, Abdallah, sprach sie, und setze dich hieher.
Er gehorchte. — Und es ist wahr, rief Abdallah, was mir noch der kühnste Traum nicht gegeben hat? Es ist wahr, Zulma? — O ich darf dich ja nicht fragen, denn die Traumgestalt wird von meinen Wünschen bestochen sein.
Zulma faßte seine Hand. — Es ist kein Traum, Abdallah, nein, so schön sind Träume nicht.
Abdallah. Nein, nein Zulma, denn wenn sie es ja sind, so muß uns das hohe Entzücken aus dem Schlafe reissen, — dies ist mein Trost, ja es muß Wahrheit sein.
Sie hielten sich beide schweigend Hand in Hand. — Blätter säuselten, die Blüthen dufteten, der Mondschein schlummerte süß auf dem grünen Rasen, durch die Guitarre Zulma's klang ein leiser Hauch.