Bebend hörte Abdallah die Worte Ali's, er sahe ihn mit einem stieren Blicke an, kalt und ohne Leben wie das Gesicht eines ehernen Bildes. Ali fuhr zornig fort:

O daß das Leben nicht meinem Rufe gehorcht, ein Tod ist zu wenig, um diesen Frevel abzubüßen, ich wollte ihn mit Flammengeißeln durch hundert Tode und Leben peitschen, in die Vernichtung geworfen und wieder zum Dasein aufgeschreckt wollt' ich ihn mit Quaalen jagen, bis er in Demuth zitternd um Gnade flehte und den letzten Tod als ein Geschenk erwinselte. — Hat der Bösewicht nicht Freuden genossen, mit denen ich niemals Bekanntschaft machte? War ich nicht von je ein Bettler gegen ihn? Und mit niedrigem Neide steht er auf, mir auch das letzte zu stehlen, das Leben, ein Gut, das er verachtet, das einzige, was mir nur übrig blieb, da diese Menschen, die er liebt, mir alles genommen haben. Meine einzige Perl? — O dafür soll er keine Verzeihung finden, und wenn er mir alle Schätze seines Busens wie einem Erben hinterlassen könnte.

Abdallah erlag unter der Last dieser Gedanken, länger konnte er sie nicht ertragen, er riß mit Gewalt seinen Geist von diesen gräßlichen Vorstellungen zurück. Und Zulma? fragte er mit zitternder Stimme.

Ali. Sie ist dein, sie ist deine Gattin, und du bist mein Sohn, mein ganzes Reich soll es erfahren, daß du mein Sohn bist. — O ich bin glücklich, daß diese Tochter, mein Stolz, eine Lockspeise meiner Rache geworden ist, durch diese eine That belohnt sie meine väterliche Zärtlichkeit.

Zulma mein? — stammelte Abdallah. —

Aber wer bist du? fragte Ali, du hast mir deinen Namen noch nicht genannt.

Abdallah fuhr erschrocken auf. — Wer? schrie er laut. O daß ich es vergessen dürfte! daß dies Andenken sich nicht so fürchterlich an mich hinge! — Ha! wer bin ich? — — Nein, kein Mensch, kein Thier, kein Teufel, — o hinweg mit der Schaam! selbst diese geziemt dem Verworfenen nicht mehr. — Ich bin sein Sohn.

Abdallah? Selims Sohn? schrie Ali auf. —

Ich war einst Abdallah, antwortete er.

Ali fuhr bleich zurück, erblassend sah sich das Gefolge des Sultans an, ein starres Entsetzen bemächtigte sich eines jeden, man betrachtete den Jüngling als ein fremdartiges Wesen, das der Menschheit, seiner Mutter, auf ewig entlaufen sei.