Selim. Nein. —

Ali. Da du in meiner Gewalt bist? —

Selim. Was soll ich fürchten? Du hast die Gewalt mich zu tödten und ich wünsche den Tod. —

Ali. Auch einen martervollen Tod?

Selim. Endlich muß doch die letzte Marter zu mir kommen, die mich mitleidig frei macht. Wie soll ich Martern fürchten, wenn sie nicht ewig dauren? — Wie kann ein Mann so kindisch ungeduldig einige schmerzvolle Stunden scheuen? —

Ali. Du wünschest den Tod und dies könnte mich versuchen, dich nicht zu tödten.

Selim. Seit mein Entwurf dahin ist, giebt es keine Freude, keine Hoffnung mehr. Ich mag nicht in einer Welt leben, wo dein Wille, dein Befehl alle Seelen lenkt. O versuch' es, ich werde mit größerer Kaltblütigkeit sterben, als du Muth hast, meinen Tod auszusprechen. — Ich hatte auf diesen Fall gerechnet; daß ich sterben konnte, daß du Sieger sein konntest, diese Möglichkeit hatte ich nicht vergessen und darum bin ich darauf vorbereitet. Auf beides machte ich mich gefaßt, entweder ich sprach dein Todesurtheil, oder du das meinige. —

Ali. Du hättest mich dem Tode übergeben?

Selim. Ja, denn du machst dein Volk unglücklich und es verdient glücklich zu sein. —

Ali. Du hättest mich unter Martern sterben lassen.