Weißt du nicht den alten Spruch, sagte Eckart:

Wenn der Mächtge dein begehrt,

Bist du ihm als Freund was werth,

Wie die Noth von ihm gewichen,

Ist die Freundschaft auch erblichen.

Ja, mein ganzes Leben ist unnütz verschwendet: warum machte er mich groß, um mich dann desto tiefer hinab zu werfen? Die Freundschaft der Fürsten ist wie ein tödtendes Gift, das man nur gegen Feinde nützen kann, und womit sich der Eigner aus Unbedacht endlich selbst erwürgt.

Ich will zum Herzoge hin, rief Conrad aus, ich will ihm alles, was du gethan, was du für ihn gelitten, in die Seele zurück rufen, und er wird wieder seyn, wie ehemals.

Du hast vergessen, sagte Eckart, daß man uns für Verräther ausgerufen hat, darum laß uns mit einander flüchten, in ein fremdes Land, wo wir wohl ein besseres Glück antreffen mögen.

In deinem Alter, sagte Conrad, willst du deiner lieben Heimath noch den Rücken wenden? Nein, laß uns lieber alles andere versuchen. Ich will zum Burgunder, ihn versöhnen und zufrieden stellen; denn was kann er mir thun wollen, wenn er dich auch haßt und fürchtet?

Ich lasse dich sehr ungern, sagte Eckart, meine Seele weissagt mir nichts Gutes, und doch möcht’ ich gern mit ihm versöhnt sein, denn er ist mein alter Freund, auch deinen Bruder erretten, der in gefänglicher Haft bei ihm schmachtet.