Ich werde den Narren einsperren lassen, sagte der Graf.
Hat jedes etwas für sich, fuhr der Italiener fort, ohne sich stören zu lassen: Luft, Feuer, Wasser; jedes ein ganz gutes Element. Ein einziges Ding könnte mich mein Leben versüßen, so daß ich wieder in die Lebenslust einbisse.
Nun, und was?
Daß ich den Herrn Hortensio nochmal anträfe.
Und weshalb?
Daß ich ihn so recht abwamsen, durchdreschen könnte, daß er dazumal meiner Cara die Gesangmethode so verdorben hat.
Phantast! sagte der Graf, indem sie durch die Thür schritten. — Und was ist Eccellenza? murmelte der Alte, indem die Diener ihnen entgegen kamen.
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Der Kapellmeister war in Verzweiflung. Es war ganz so gekommen, wie er gefürchtet hatte. Die erste Sängerin zeigte sich mehr als empfindlich, sie fühlte sich beleidiget, und sogleich war auf einen Wink von ihr eine recht schwere Krankheit da, die ihr es unmöglich machte, einen Ton zu singen, ja nur ihr Zimmer zu verlassen. Der Enthusiast wandelte und rannte hin und her, aber seine Vermittlung machte die Sache eher ärger als besser, denn da er treuherzig wieder erzählte, was jede der Parteien geäußert hatte, so wurde der Kapellmeister immer mehr erbittert, und die Sängerin ging am Ende so weit, daß sie verlangte, statt der beiden Haupt-Arien sollten zwei ganz neue gesetzt werden, und das Duo im letzten Acte müsse in den ersten und zwar gleich in den Anfang verlegt seyn, auch forderte sie noch für sich die große Arie der zweiten Sängerin, ohne welche Bewilligungen an keinen Friedensschluß zu denken sei. Ueber diese ungeheure Forderungen gerieth der Kapellmeister so außer sich, daß er schwur, sie solle nun in seiner Oper gar nicht singen, ob er gleich noch nicht wußte, wie er seiner Verlegenheit abhelfen sollte. Wenn nur meine Cara noch lebte! rief der alte Italiener aus, der an den Berathschlagungen Theil nahm, und jetzt die Verzweiflung des Kapellmeisters sah; ach! wie brillant könnte die Selige zum Theater wieder auferstehn! Die Rolle ist ganz und gar für sie geschrieben.
Könnt Ihr sie nicht vielleicht selbst übernehmen? fragte der Kapellmeister in tragischer Bosheit.