Signor si! rief der Alte, wenn Ihr kein ander Subject findet, ich kann zum Entsetzen einen hohen Sopran durch die Fistel singen.
Es kommt wirklich fast auf eins hinaus, rief der Componist in seiner Verzweiflung, ob man so oder so parodirt wird; wenigstens würde doch kein Liebhaber bei einer unpassenden Gelegenheit klatschen, und kein Eifersüchtiger oder der Bewunderer der zweiten Dame aus Neid pochen und zischen. Unternehmt Ihr, Alter, aber auch liebenswürdig zu erscheinen?
Was der Mensch leisten kann, antwortete jener, der es für Ernst hielt: vor dreißig Jahren war ich zum Malen hübsch, und wenn ich mal auf Carneval in Weibskleidern ging, lief mir alles junge Mannsvolk nach.
Die Prima Donna hätten wir also, sagte der Enthusiast, und wenn die Oper nur Nacht und Verfinsterung des Theaters erforderte, und kein Mensch die Sache erführe, so käme es wohl auf den Versuch an, welche Wirkung der alte Freund machen würde.
Wenn ich nicht vor der Aufführung todt bin, warf der Italiener ein, so wie das andere Subject krank ist, so möchte ich wohl in das Sterben gerathen.
Ich sehe schon, beschloß der Kapellmeister, ich bin vergeblich hergereist, ich habe umsonst alle Anstalten getroffen. So lange es unmöglich bleibt, von Obrigkeits wegen einen solchen Eigensinn zu bestrafen und zu hindern, so lange das Publikum selbst nicht eine solche Frechheit und Verachtung seiner so ahndet, daß kein zweiter dieselbe Vergehung wieder wagt, so lange bleiben wir das Opfer dieser Caprice von unwissenden Menschen, die für ihr mäßiges Talent viel zu sehr belohnt und von den Directionen und allen Zuhörern verzogen werden. Ich werde wieder einpacken.
Der Enthusiast weinte vor Schmerz, der Italiener aber sagte: Ihr habt ganz recht; nicht wahr, das Leben mit all den Mühseligkeiten ist nicht die Rede werth?
Ich bin es wenigstens völlig satt, antwortete der Componist.
Nun, so kommt mit mich, leistet mir Gesellschaft, sagte der Alte sehr freundlich, indem er sich an ihn schmiegte.
Wohin?