Auf der Rückfahrt unterhielt man sich mit heitern Gesprächen. Der Enthusiast sprengte wieder auf seinem kleinen Pferde voran, und war bemüht, seine Geschicklichkeit im Reiten zu zeigen. Als sie in die Stadt hinein gefahren waren, sahen sie in der Hauptstraße einen großen Volksauflauf, Getümmel, Geschrei, ein Vor- und Zurückdrängen, der Wagen mußte halten, die Wache machte Platz und der Laie erstaunte, als er den alten Italiener zwischen den Soldaten bemerkte, die ihn als Gefangenen fortführten. Was giebt es? fragte er einen Vorübergehenden. — Je, der braune Schelm, antwortete dieser, hat einen alten Mann so eben todt geschlagen.

Als sich die Menge verlaufen hatte und sie weiter fahren konnten, stürzte ihnen aus einem großen Hause der Graf entgegen, er rief, daß man anhalten solle, und mit einem Ausdrucke übermenschlichen Entzückens half er Julien aussteigen. Der Laie und die Tochter folgten, um zu sehen, wie sich die Scene entwickeln würde.

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Im Saale fand Julie den alten Mann im Lehnstuhl sitzen, blaß und erschüttert, aber wohl und unverletzt. Man erfuhr, daß er den ganzen Tag durch Hin- und Herschicken, indem er seine Pässe berichtigen und auslösen mußte, von der Polizei war aufgehalten worden. Als er endlich fertig zu seyn glaubte, und eben einen Wagen suchte, um seiner Tochter nachzureisen, begegnete er dem thörichten Italiener, der ihn sogleich auf offener Straße angriff, um ihn zu mißhandeln, als er aber um Hülfe rief, nahmen sich die Vorübergehenden des Greises an, und der Verwirrte wurde der Wache übergeben. Julie liebkosete den Alten, und suchte ihn durch ihre Zärtlichkeit zu beruhigen. Der Enthusiast, so wie der Kapellmeister waren ebenfalls Zeugen dieses Auftrittes.

Vielen Dank, sagte endlich der Alte, bin ich Ihnen, mein Herr Graf, schuldig, daß Sie sich meiner so freundlich angenommen haben, jetzt aber lassen Sie uns abreisen, damit wir recht bald den Ort unsrer neuen Bestimmung erreichen.

Er stand auf und wollte gehn, Julie blieb zaudernd, und blickte verlegen auf die Gegenwärtigen, der Graf aber trat vor den Greis hin und sagte mit zitterndem Tone: können Sie mir das Glück meines Lebens entreißen wollen, dem ich so lange nacheilte, jetzt, nachdem ich es endlich so unverhofft und so wunderbar gefunden habe?

Was meinen Sie? fragte der Alte.

Selig würde ich seyn, antwortete der Graf, wenn Ihre Tochter sich entschließen könnte, mir ihre Hand zu schenken. Ich bin reich, völlig unabhängig, lassen Sie uns in Liebe, Freundschaft und Musik verbunden ein Glück begründen und genießen, wie es nur immer auf Erden möglich ist.

Der Alte taumelte wie erschrocken zurück, er mußte sich vor Zittern wieder niedersetzen. Wie! rief er im heftigen Weinen aus: das könnte Ihr Ernst seyn, mein Herr Graf?

Ich nehme, rief dieser, alle diese Freunde zu Zeugen: doch, Julie selbst?