Der Mensch ist ein Narr! rief der Arzt heftig aus, und nun er mich hier gesehen hat, kommt er gewiß nicht wieder.

Lästern Sie unsre Familie nicht! rief der Pfarrer noch heftiger, Sie fremder, unbekannter, hergelaufener Herr; und wenn mein Schwiegersohn Ihretwegen nicht wieder kommt, so gebe ich Ihnen meinen Fluch, Sie Gottloser!

Theophil und Görge waren von diesem Gezänk auf das Höchste erbaut; denn sie kannten keinen größern Genuß, als den alten Pfarrer im Zorn zu sehen. Die Tochter hatte verzweiflungsvoll den Garten verlassen. Ein Wagen fuhr in den Hof, und der Rath Walther, in gespannter Eile, ohne die Andern zu begrüßen, kam herbei gelaufen, und rief schon von Weitem dem Arzte zu: wo ist er? — „Wieder ein neuer Windbeutel! Heute haben wir die Hülle und Fülle!“ jubelte Theophil. — Der Arzt ging ihm entgegen, indem er sagte: dort steht ja Ihr Liebling. — Dieser da? fragte der Rath, indem er den Einfältigen nur flüchtig betrachtete. Ach! Pankraz! rief er dann höchlich überrascht; Du hier? Sage mir, wo ist Raimund?

Der Diener war verwirrt und erschrocken, und konnte erst keine Antwort finden; endlich stotterte er: Sie wissen es ja wohl, Herr Rath, daß ich, als ich damals plötzlich aus den Diensten des Herrn Raimund mußte. —

Recht, sagte der Arzt; der Baron Eberhard gab Dir den Abschied wegen des unglücklichen Einfalls, daß Du dem kranken Jüngling die falsche Nachricht vom Tode seiner Geliebten überbrachtest.

Nun also, sagte Pankraz; seitdem habe ich von dem jungen Herrn nichts wieder gesehn und gehört. Es ist mir seitdem schlimm genug gegangen.

Aber wie kommst Du hieher?

Es ist mein Pankraz, rief Theophil, mein Gesellschafter; aber nicht in der Walzmanier.

Wie heißen Sie? fragte der Rath.

Du, Pankraz, rief Theophil, wie heiß’ ich doch? Ich kriege alle Augenblicke einen andern Namen.