[86] So auch Meister Friedrich von Sunnenburg, CCCXCVIII: »Den all die Welt an Breite, an Länge, nicht umgreifen möchte, den umgriff die Reine alleine.« Vgl. Rumelant, CCCLXXV; Boppo, II 233a 3.
[87] Der von Johannsdorf (I 174b) findet einen gewichtigen Beweggrund für die Kreuzfahrt in der Schmähung der Heiden: daß Gottes Mutter nicht eine Jungfrau sey.
[88] Schön führt Meister Stolle (III) dieses aus: wer sie des mahnet, daß sie Christum gebar, dem wird geholfen. Mehr noch ist ihrer Gnaden, wenn sie daran gemahnt wird, wie ihr wehe ward, als sie ihn an das Kreuz schlugen. Wer sie aber der großen Freude mahnt, als ihr Sohn vom Tode aufstand, der machet sich von seinen Sünden bloß.
[89] Diese Aeußerungen haben wohl dieselbe Beziehung wie die in der Anm. [84] ausgehobenen des Freigedank.
[90] Und zwar in der alten Vorrede zu dem Anm. [56] angeführten Meisterliede des Lupolt Hornburg, Mus. II 1 S. 22
[91] Oberthür in der Schrift, welche Anm. [9] angeführt worden ist, S. 30, giebt diese Stelle mit der Bemerkung, daß Ignaz Gropp solche in einer geschriebenen Chronik gefunden habe. Die Stelle, worüber die Recension des Oberthür'schen Buches in den Götting. Gel. Anz. 1818 S. 2054-56 zu vergleichen, lautet so: In novi monasterii ambitu, vulgo Lorenzgarten, sepultus est Waltherus sub arbore. Hic in vita sua constituit in suo testamento, volucribus super lapide suo dari blanda (blada?) et potum; et quod adhuc die hodierna cernitur, fecit quatuor foramina fieri in lapide, sub quo sepultus est, ad aves quotidie pascendas. Capitulum vero N. M. hoc testamentum volucrum transtulit in semellas, dari canonicis in suo anniversario, et non amplius volucribus. In ambitu præfati horti, vulgo im Creuzgang, de hoc Walthero adhuc ista carmina saxo incisa leguntur:
Pascua qui volucrum vivus Walthere fuisti,
Qui flos eloquii, qui Palladis os oblivisti,
Ergo quod aureolam probitas tua poscit habere,
Qui legit, hic dicat: Deus istius miserere.
Anmerkungen zur Transkription
Folgende typographische Fehler sind berichtigt: