Der Stationsvorsteher leitete die Arbeiten. Das Automobil wurde mit Seilen umwunden, die um das Motorgehäuse geschlungen wurden, und die gespannten Seile an Baumstämme befestigt, um zu verhüten, daß die Maschine ihre Lage verändere. Dann rissen die Arbeiter die Brücke vollends ein. Sie schlugen alles nieder, was von ihr übriggeblieben war, indem sie ihre Arbeit mit dem Gesange schwermütiger Lieder begleiteten. Die Balken fielen rasch einer nach dem andern unter kräftigen, wohlgezielten Axtschlägen und wurden beiseite geschafft und übereinandergeschichtet. Das Automobil war von allen Seiten freigelegt. Nun teilten sich die Leute in zwei Gruppen und befestigten zwei Seile am Automobil, das eine vorn, das andere hinten, das erstere zum Ziehen, das zweite zum Lenken; nach Kommando stellten alle mit vereinten Kräften die Maschine allmählich auf ihre vier Räder. Sie befand sich wieder in ihrer gewöhnlichen Stellung im Bett des Flusses. Nun mußte sie noch auf die Straße gezogen werden.

Es war der zweite Abschnitt der Rettung, der jetzt begann.

Es wurde ein ausgezeichnetes Mittel dazu gefunden. Hinter dem Automobil wurde der Teil der Brücke, den wir bereits hinter uns gehabt hatten und der unversehrt geblieben war, mit leichter Mühe durch das Wegschlagen der Stützbalken in eine schiefe Ebene verwandelt. Darauf wurden zwei Seile an dem hinteren Teile des Chassis befestigt, die wackeren Sibirier spannten sich an die Seile, und mit der Kraft ihrer Arme zogen sie singend die Maschine auf der schiefen Ebene langsam auf die Straße.

Der erste Helfer beim Sturz des Automobils.

Die Arbeit hatte drei Stunden gedauert.

Die braven Leute schienen mit unserer Rettung zufrieden zu sein, ein wenig aus Eigenliebe und ein wenig, weil man Dinge, die uns Mühe kosten, stets liebgewinnt. Sie interessierten sich lebhaft für die Einzelheiten des Automobils. Sie wollten wissen, ob es laufen könne, ob es „lebendig“ sei, wie sie sich bildlich ausdrückten. Wir aber waren ängstlich geworden; wir sehnten uns nach Gewißheit. Hatte uns der Schein nicht betrogen? War die Maschine wirklich unverletzt? Ettore stellte auf dem Steuerrade die Vergasungs- und die Zündungstasten in „Marschstellung“ und drehte die Kurbel an.

Kein Laut war vernehmbar. Es war, als erwarteten wir einen Urteilsspruch. Die Kurbel drehte sich ein-, zwei-, dreimal. Die Maschine blieb stumm. Ettore versuchte es noch mehrmals vergebens. Er strengte seine ganze Kraft an und wurde schließlich zornig. Der Motor blieb untätig.

„Vielleicht ist Öl in die Zylinder gedrungen,“ rief er, „und die Zündung funktioniert nicht. Wollen einmal nachsehen!“