„Ich habe sie im Walde gepflückt. Nehmen Sie sie freundlichst an. Und nun glückliche Reise! Adieu!“

Eine Minute später rollten wir eiligst auf der Straße nach Irkutsk dahin, das Automobil mit Blumen geschmückt. Aber in kurzer Entfernung von dem Dorfe fanden wir die Straße durch einen Schlagbaum gesperrt, den ein Zollbeamter bewachte. An jenem Schlagbaum endete das Gebiet der Vorzugszolltarife, deren sich das östliche Sibirien erfreut. Wir wurden angehalten und von Beamten gefragt. Sie hatten den Befehl, uns frei passieren zu lassen, nicht erhalten; Kiachta hatte ihnen nichts mitgeteilt; wir besaßen kein Papier, das unser Recht auf Zollfreiheit hätte beweisen können. Höflich wurden wir ersucht, unsere Weiterreise auf übermorgen zu verschieben, bis das Zollamt in Irkutsk Aufklärungen gegeben habe! Alle unsere Vorstellungen waren fruchtlos. Das Vorzeigen der Pässe ließ das Zollamt von Listwinitschnoje ganz kalt und gleichgültig. Da versuchten wir es mit einem letzten Mittel — und, o Wunder! Der Schlagbaum erhob sich; der Wächter stand stramm, die Beamten lächelten verbindlich, legten zum Gruß die Hand an die Mütze und sagten:

„Fahren Sie zu! Glückliche Reise!“

Was war geschehen? Schweigend hatte der Fürst zwei zauberkräftige Papiere vorgezeigt: das Schreiben des Ministers des Innern und das des Polizeidirektors. Wir ließen uns die Erlaubnis nicht wiederholen, aus Furcht vor einem Widerrufe, und jagten mit Windeseile davon.

Die Straße war gut. Das hatte uns schon der Kommandant des Schleppdampfers gesagt:

„Auf jenem Wege verkehren täglich Beamte, die von Irkutsk nach Listwinitschnoje in Hafen- und Zollangelegenheiten kommen. Wo Beamte verkehren, sind die Wege stets in gutem Zustande.“

Wir fuhren am grünen Ufer der Angara entlang, deren ungestüme Gewässer in der Nähe des Baikalsees zwei bei sibirischen Flüssen ungewohnte Tugenden besitzen: sie frieren nie zu und behalten Sommer wie Winter eine sich gleichbleibende Temperatur von vier Grad. Wir kamen rasch vorwärts, wurden aber dann durch einen wenig angenehmen Vorfall zum Halten veranlaßt. Während wir abwärts fuhren, erklärte Ettore:

„Ich merke, daß die Maschine müde wird.“

„Wohl möglich!“ erwiderte der Fürst. „Die Straße senkt sich, und wir sollten ohne Motor fahren.“