„Das ist unmöglich. Sie müssen mindestens eine Stunde bleiben. Eine Stunde nur, voyons!“
Bei dem Anblick unserer Fahne wurde sie unsicher.
„Sie sind keine Franzosen?“ fragte sie uns.
„Non, Madame, wir sind Italiener.“
„Italiener? ... Nun gut, warten Sie ... eine Minute!“
Sie schien sehr niedergeschlagen zu sein, als sie erfuhr, welcher Nationalität wir angehörten. Es war eine junge Französin, Erzieherin in einer reichen sibirischen Familie. Sie erwartete voller Sehnsucht die Ankunft der französischen Automobile, mit der fieberhaften Spannung, die jeder kennt, der fern von seinem Vaterlande lebt. Wir suchten sie wegen der Enttäuschung, die wir ihr unfreiwillig bereitet hatten und die sie wie ein nationales Unglück zu betrüben schien, zu trösten, indem wir ihr erklärten, daß, wenn wir auch als die ersten in Listwinitschnoje gelandet seien, damit noch nichts über den endgültigen Sieg entschieden sei. Wir teilten ihr mit, was wir von unseren Kollegen wußten: und das war, daß sie diese Nacht bis nach Kabansk, einem Dorfe zwischen Werchne-Udinsk und Myssowaja, gekommen seien, daß sie sich vielleicht zu dieser Stunde schon am Ufer des Sees befänden, und daß sie sie wahrscheinlich übermorgen landen und nach Irkutsk weiterfahren sehen würde, wo sie uns ohne Zweifel einholen würden. Wir hatten in der Tat bei unseren Versuchen, um den See herumzufahren, vier Tage verloren, und in Tanchoi hatten wir es für richtig gehalten, unsere Kollegen telegraphisch vor der Nutzlosigkeit und vor allen Dingen vor den Gefahren unseres Unternehmens zu warnen.
Die Dame wurde wieder heiterer und sagte lächelnd:
„Dank, tausend Dank! Warten Sie einen Augenblick!“
Sie entfernte sich eilig und kam mit einem großen Blumenstrauß wieder, den sie uns mit den Worten überreichte: