„Nun ja. Freiwillig hätte ich es schwerlich getan.“

Das Gelächter erneuerte sich.

„Was ist Ihr Beruf?“

„Mein Beruf? Jetzt? Was sich eben bietet. Lastträger, Holzfäller, Eisenbahnarbeiter. Man hat wenigstens sein tägliches Brot.“

„Und früher?“

„Früher? Ich erinnere mich nicht mehr.“

Und er zuckte mit den Schultern mit jener bei den Russen so gewöhnlichen und charakteristischen Gebärde, welche bedeutet: „Nitschewo!“ „Was liegt daran?“

Es war 6½ Uhr, als wir in Listwinitschnoje, am andern Ufer der Angara, landeten, des großen Ausflusses des Baikalsees, der seine Gewässer nach einem Laufe von beinahe 2000 Kilometern dem Jenissei zuführt. Listwinitschnoje mit seinen kleinen Holzhäusern erschien in der nebligen Luft einem japanischen Dorfe auffallend ähnlich. Wir wurden ausgeschifft und standen im Begriff, sofort nach dem etwa 64 Kilometer entfernten Irkutsk abzufahren, als eine junge Dame sich durch die uns umgebende Menge Bahn brach und uns zurief:

„Ah, Messieurs, Messieurs! Vous n’allez pas repartir tout de suite!“

„Mais oui, Madame!“