Die erforderlichen Mengen Öl und Benzin waren folgendermaßen berechnet: auf dem Wagen selbst wurden etwa 300 Kilo Benzin und 100 Kilo Öl untergebracht, ein Quantum, das ungefähr für 1000 Kilometer Fahrt ausreicht. In den Depots war immer so viel vorhanden, daß die volle Ladung des Wagens nachgefüllt werden konnte. Diese Depots, die aus Rücksicht auf den Transport in der Mongolei etwa 600 Kilometer voneinander entfernt waren, wurden auf der russischen Strecke, wo die durch Eisenbahn oder Flußschiffahrt erreichbaren Orte dichter gesäet sind, in Entfernungen angelegt, die zwischen 250 und einem Maximum von 500 Kilometern schwankten. Von Irkutsk an erwarteten mich die Pneumatiks von Pirelli in der Entfernung von je 1000 oder 1500 Kilometern.

Wir hatten Glück! Kein einziges Mal hatten wir zuwenig Brennstoff oder Öl; niemals fehlten uns Pneumatiks, von denen wir übrigens nur wenige verbraucht haben.

Ein einziger Umstand entsprach nicht unseren Wünschen, und dies war gut. Wir hatten so den Beweis in Händen, daß unsere Berechnungen richtig waren.

Die Ersatzräder und Ersatzfedern erreichten infolge von Schwierigkeiten, die die österreichische Zollverwaltung machte, Omsk nicht; sie mußten in Moskau liegenbleiben. Wir aber zogen in Kasan auf zerbrochenen Federn und auf einem Rade ein, das die Axt eines geschickten russischen Muschik uns am Ufer der Kama an einem Sonntagnachmittage ausgebessert hatte.

Auch für etwas anderes hätte besser gesorgt werden sollen: für die Bequemlichkeit der Reisenden auf dem Wagen und für die Unterbringung des Gepäcks.

Sie, lieber Barzini, der Sie mehr als alle darunter zu leiden hatten, erinnern sich gewiß noch, daß wir bis zum Vorabend unserer Ankunft in Paris jenem unförmlichen Haufen von Koffern und Säcken, der unser Gepäck darstellte und auf der Werkzeugkiste befestigt war, von wo er nur allzu häufig hinunterrutschte, keine richtige Form zu geben vermochten.

Ettore mochte das Gepäck mit aller Sorgfalt, mit aller erdenklichen Findigkeit festschnüren, ohne Stricke und Bindfaden zu schonen; die Stöße des Wagens lockerten selbst die feinst ausgedachten Verschlingungen, und der große Sack geriet bald darauf ins Schwanken und öffnete sich. Und Ettore begann von neuem.

Wieviel Mühe hat sich der brave Junge in diesen 60 Tagen gegeben! Er ist in Wahrheit jene intelligente Hand gewesen, die den Meißel führte! Ohne sein beständiges Sorgen für den Motor und alle übrigen Teile der Maschine, denen er Schlaf und Speise zum Opfer brachte, wären wir nicht nach Paris gekommen, wären vielleicht heute noch nicht dort!