Das Telegramm war an Du Taillis gerichtet; wir gaben es dem Karawanenführer zurück und bedeuteten ihm, er möge seinen Weg nach Süden weiter fortsetzen. Er schnürte sein Paket sorgfältig wieder zusammen, das sicherste Mittel, um ein wertvolles Papier nicht zu verlieren, das aber Geschäftsleuten nicht zu empfehlen sein würde! Wir bemerkten dabei, daß das Kamel mit zwei Benzinbehältern beladen war. Nun verstanden wir: der „Spyker“, der wahrscheinlich Mangel an Brennmaterial litt, hatte von Pang-kiang nach Udde telegraphiert, um sich zwei Kannen aus dem Depot schicken zu lassen, und diese beiden Kannen waren unterwegs. In Pang-kiang hatten wir ihm einige Liter von unserem Benzin abgetreten, und ich glaube, die beiden „de Dion-Bouton“ hatten dasselbe getan.

Um 4 Uhr befanden wir uns zwischen niedrigen Felsen, die hier und da aus der Ebene emporragten wie Klippen über das Meer. Am Abend vorher war es uns nicht gelungen, die Station Pang-kiang zu erblicken, und wir hatten schon geglaubt, sie verfehlt zu haben; jetzt sahen wir Udde in jedem fernen Felsen. Bei jedem Schritt wurden wir enttäuscht. Um die Telegraphendrähte nicht aus den Augen zu verlieren, suchten wir ihnen überallhin zu folgen, auf die Rücken von Hügeln, zwischen Steine und Felsblöcke; die Weiterfahrt gestaltete sich auf diese Weise sehr mühsam. Gegen 5 Uhr kam eine aus einer Anhäufung runder Felsen gebildete Anhöhe in Sicht, an deren Fuße, mit den Steinen in eins verschmolzen, ein einziges chinesisches Häuschen stand; es war Udde. Wenige Minuten später zogen wir in diesen Ort der Freude ein, der auf ein Haar jenem glich, den wir am Morgen verlassen hatten.

Wir wurden nicht von einem, sondern von zwei diensteifrigen Telegraphenbeamten empfangen, und waren im Augenblicke eines Umzugs angelangt. Der alte Telegraphist von Udde stand im Begriff, seinen Posten zu verlassen, und traf die Vorbereitungen zu einer siebzehntägigen Karawanenreise, um nach Kalgan zu gelangen. Zwischendurch weihte er den einige Tage zuvor angekommenen neuen Kollegen in die Pflichten seines Amtes ein.

Der Mann, der die Wüste verließ, war glücklich. Die ihn erfüllende Befriedigung machte ihn redselig. Er folgte uns lächelnd überallhin. Sobald wir uns umwandten, waren wir sicher, den kleinen, mageren Chinesen zu sehen, bewaffnet mit einem großen Pince-nez an einer langen Schnur, bereit, uns die ganze Fülle seiner Freude anzuvertrauen. Während ich meinen telegraphischen Bericht niederschrieb, sagte er zu mir:

„Ich gehe nach Schanghai.“

„So?“

„Ja, weil ich aus Schanghai bin. Ich bin Witwer (geziertes Lächeln) und ich bin Christ.“

„Das freut mich.“