Die Beiden warteten. Das Mädchen stellte die Herrn einander vor.
Ein schnelles Auffliegen von Blicken. Es waren zwei, von denen keiner den andern übersehen konnte.
»Um kurz zu sein und Sie nicht aufzuhalten, eine Bitte an Sie, mein Fräulein; es soll nur eine bescheidene Frage sein, aber ich bange vor der Entscheidung – ist es mir gegönnt, Ihr schönes Bild auf meine Leinwand zu übertragen?«
Bei den glatten Worten und beredten Blicken sah Thieben rasch auf; selbst Estella fühlte sich nicht angenehm berührt.
»Verzeihen Sie,« rief hochfahrend Makassy. »Künstler sind Enthusiasten! Die Kunst ist ihr Leben und was ihr dient, verehren sie.«
»Ach ja«, beeilte sich das Mädchen in grossem Tone zu sagen. »Ich verstehe das; wir sind nur Objekt, Mittel zum Zweck – darin liegt gar nichts Persönliches.«
Dabei sah sie nach Thieben, denn sie hatte Angst, es könnte sich dies erfreuliche Anerbieten zerschlagen oder er möchte es beim Onkel hintertreiben.
»Also darf ich?« rief der Maler ungestüm.
»Ich weiss nicht, ob Fräulein Brand Modell steht!« platschte es da schwerfällig in die aufquellende Freude.
»Davon kann nicht die Rede sein«, sprudelte Estella heraus, den bedrohlichen Ernst der Situation überschwemmend. »Ich will der Kunst ein Opfer bringen; wer da kommt um blos zu nehmen, der tut ein Unrecht an ihr; es wäre falsch, dies Anerbieten abzulehnen. Malen Sie mich nur, Herr Makassy!«