Alles stieg ein und freute sich einen so angenehmen Tag vor sich zu haben. Man dachte mit Behagen an all' die schlummernde Arbeit in Schreibpulten, Flickkörben und Suppentöpfen, die man sorglos zu Hause gelassen.

Als man sich's warm und gemütlich gemacht auf den seitlichen Polstern des einen Wagens, wollte man vor allem diesem Eindringling auf den Grund kommen. Man musste dies vorerst erledigen, damit man sich darnach verhalte.

Es stellte sich heraus, das er seit langem in der Welt herum reise, sie als Künstler zu studieren und sich Anregung zu verschaffen. Zuletzt hatte er das patriarchalische Württembergerland durchstreift und sich ergötzt an seinem jungfräulichen Landschaftsreiz und nun sei ihm noch die altehrwürdige Stadt genannt worden, von der er sich Skizzen machen wollte.

»Wo waren Sie denn vorher überall?« frug verbindlich der Oberamtsrichter der Stadt aus seiner Wagenecke heraus. Es war ihm zwar ganz gleichgiltig, er wollte nur dazu kommen, seine eine und einzige Reise nach Ostende mit der erschütternden Pointe zum Besten zu geben: wie einmal das Meer in breiter Woge dahersauste und ihn – den Oberamtsrichter Larsen – mit Haut und Haar beinahe verschlungen hätte. Und wenn dann all den Liebenswürdigen das erwünschte Gruseln kam, dann konnte er sanft sein und tröstlich wie nie. Aber da die ganze Stadt es längst auswendig wusste und schon ganz ausgegruselt war, sah man die Erzählung des Herrn Oberamtsrichters wie ein Gewitter heraufziehen und rettend rief diesmal der kecke Backfisch schnell dazwischen:

»Makassy ist ein seltener Name, Sie sind gewiss von weit her?«

»Bis von Ungarn« sagte er lächelnd.

»Ist's dort schön?«

»Ein fruchtbares Land voll von Getreide«, fiel der Pastor ins Wort.

Aber niemand wollte Näheres darüber wissen und eilig hiess es weiter:

»Waren Sie auch schon in Frankreich, in Italien – ach, in Italien, mit seinen blauen Himmeln und schönen Mandarinenknaben?«