„Aber was macht dieser kleine Adonis hier? Warum steckt er nicht im Bette seiner Herrin, sondern steht auf der Seinebrücke herum?“ fragte ein Mann von niederem Wuchse mit seiner Fistelstimme.

„In der Tat, wohin gehen Sie allein, ohne Mantel, zu dieser Stunde? Das ist durchaus nicht so ungefährlich!“ meinte, mich beiseite nehmend, François de Saucier (ich erkannte ihn jetzt an Augen und Nase). Ich erzählte ihm kurz, aber ziemlich verwirrt, meine Geschichte. Er lächelte und sagte ernst:

„Wunderschön, aber ich sehe bloss, dass Sie sehr naiv sind, und dass Sie kein Obdach haben. Diese Nacht verbringen Sie am besten mit uns. Wir überlegen dann was weiter zu tun sein wird. Über Nacht kommt Rat, nicht wahr?“ Dann schloss er sich wieder der Gesellschaft an und erklärte laut:

„Freunde, Mademoiselle Colette, für heute vergrössert sich unsere Gesellschaft um diesen reizenden Jüngling, er heisst Aimé, wer hat etwas dagegen? Als Herrin des Hauses hast du das erste Wort, Colette.“

„Er ist der Siebente und läuft Gefahr ohne Anschluss zu bleiben,“ sagte ein hochgewachsenes Frauenzimmer, das Colette angeredet wurde.

„Oder noch schlimmer, er raubt jemand von uns seinen Anschluss.“

„Zum Teufel, so rührt euch doch, auf der Brücke bläst ein Höllenwind und das Licht in der Laterne geht zu Ende! Zu Hause werden wir uns schon verteilen,“ rief der Laternenträger.

Fünftes Kapitel

„Colette, Colette,

So kommt es, ich wett’: