„Wassjka hat dir wohl alles vorgelogen; was hörst du auf ihn?“

„Was hat Wassjka für einen Grund zu lügen? Nu, sag doch selbst, leugne es doch ab, dass du Dummheiten treibst?“

„Nun, und was ist dabei? Nu ja, ich tu’s! Und Wassjka, macht er’s vielleicht nicht? Bei uns tun’s alle, vielleicht ist nur Dmitri Pawlowitsch eine Ausnahme, der . . . .“ und man hörte den Sprecher auflachen. Nach einigem Schweigen begann er wieder intim und halblaut: „Wassjka hat mir’s angezeigt; kam da ’nmal ’n junger Herr und sagt zu Dmitri Pawlowitsch: ‚Ich will, dass mich der wäscht, der mir die Tür geöffnet hat,‘ die Tür nun hatte ich ihm aufgemacht und früher hatte ihn Wassjka immer gebadet, der sagte ihm denn auch: ‚Das geht nicht an, Euer Gnaden, dass der allein geht, er ist nicht an der Reihe und versteht nichts von so was.‘ — ‚Na, hol’ euch der Teufel, so kommt alle beide!‘ Als Wassjka in die Badekabine trat, sagt’ er: ‚Was werden Sie uns denn geben?‘ — ‚Bier und zehn Rubel.‘ Bei uns aber ist’s ausgemacht, wenn jemand den Vorhang am Türfenster herunterlässt, so heisst das, dass man Dummheiten treiben wird, und dann darf man dem Oberbader nicht weniger als fünf Rubel abgeben. So sagt ihm Wassjka denn auch: ‚Nein, Hochgeboren, dafür können wir’s nicht machen.‘ Er versprach noch fünf Rubel. Wassjka ging das Wasser im Baderaum vorzubereiten und ich fing an mich auszukleiden, da sagt der Herr: ‚Was hast du da auf deiner Wange, Fjodor? Ist das ein Muttermal oder Schmutz?‘ und lacht dabei und streckt seine Hand nach mir aus. Und ich steh’ da, wie ein Narr, und weiss selbst nicht, hab’ ich ein Muttermal auf der Wange oder nicht. Aber da kam Wassjka wütend zurück und sagte zu dem Herrn: ‚Bitte, das Bad ist fertig,“ so gingen wir denn alle zusammen.‘

„Ist Matwej noch bei euch?“

„Nein, er hat eine Dienerstelle angenommen.“

„Bei wem denn? Beim Oberst?“

„Ja, bei ihm. Dreissig Rubel gibt er ihm und alles frei.“

„Hat Matwej nicht geheiratet?“

„Ja, und der Oberst hat ihm das Geld zur Hochzeit gegeben und ihm einen Paletot für achtzig Rubel machen lassen. Na, und seine Frau, die lebt eben im Dorf. Auf so einer Stelle erlaubt man doch natürlich nicht mit einem Weibe zu leben. Ich will auch eine Stelle annehmen,“ setzte der Erzähler nach einer Pause hinzu.

„Wie Matwej?“