„Adieu, Onkel Jermolai, dank’ auch für die Bewirtung.“

„Na, komm doch wieder mal ran, Fedja.“

„Ich komm schon,“ und leichten Schrittes ging Fjodor, mit den Stiefelabsätzen klopfend, durch den Korridor und warf die Tür hinter sich zu. Wanja trat schnell hinaus, ohne sich ganz bewusst zu werden, weshalb er das tat. Er erblickte einen Burschen in einer Jacke über dem russischen Hemde, dessen Gürtelschnüre heraushingen. Er trug niedrige Lackstiefel und hatte sich die Mütze aufs Ohr gestülpt. Wanja rief ihm nach:

„Hören Sie, wissen Sie nicht, wird Stepan Stepanowitsch Sassadin bald zurück sein?“

Der Bursche kehrte sich um und im Lichte, das durch die offene Zimmertür drang, sah Wanja in ein Paar unstete, diebische graue Augen und ein bleiches Gesicht, wie Leute es haben, die immer im Zimmer oder in ewigem Dampfe leben. Das Haar war nach russischer Volkssitte in der Mitte gescheitelt und rundherum glatt beschoren. Sein Mund war schön geschnitten. Ungeachtet einer gewissen Grobheit der Züge, lag in diesem Gesichte etwas Verweichlichtes, und obgleich Wanja voller Vorurteil in diese diebischen freundlichen Augen blickte und das freche Lächeln des Mundes sah, fand er doch in diesem Gesicht und in der ganzen hohen Gestalt, deren Ebenmass selbst unter dem Anzug in die Augen fiel, etwas Bestrickendes, Beunruhigendes.

„Belieben Sie ihn zu erwarten?“

„Ja, es ist schon bald sieben Uhr.“

„Halb sieben,“ verbesserte Fjodor, der seine Uhr herausgezogen hatte, „und wir glaubten, dass niemand bei Stepan Stepanowitsch im Zimmer sei. Er wird gewiss bald zurück sein,“ fügte er hinzu, um etwas zu sagen.

„Ja. Danke Ihnen, pardon, dass ich Sie aufgehalten habe,“ sagte Wanja, ohne sich von der Stelle zu rühren.

„Aber, bitte,“ sagte jener mit einer verbindlichen Geste.