„Ich weiss wirklich nicht“, sagte Wanja und bedeckte sein Gesicht mit den Händen.
Konstantin Wassiljewitsch blickte auf Wanjas herabgesunkenen Kopf und ging leise aus dem Zimmer.
*
Der Portier war nicht auf seinem Platze, die Treppentür stand offen und hinter der Tür zum Arbeitszimmer konnte man eine zornige Stimme hören. Wenn sie schwieg kam eine andere leise, eine weibliche Stimme, wie es schien, in die Entree herüber. Wanja blieb im Vorzimmer stehen, ohne Mantel und Mütze abzunehmen; der Griff der Tür des Arbeitszimmers wurde hinuntergedrückt und im Türspalt erschien eine Hand, die den Türgriff gefasst hielt und der zu ihr gehörende, im roten Ärmel eines russischen Hemdes steckende Arm. Man vernahm deutlich Stroops Worte: „Ich erlaube nicht, dass jemand sich dahineinmischt! Am allerwenigsten eine Frau. Ich verbiete Ihnen, hören Sie? ich verbiete Ihnen darüber zu sprechen!“ Die Tür wurde wieder geschlossen und die Stimme wieder undeutlicher. Wanja sah sich traurig im so gut bekannten Vorzimmer um; die elektrischen Lampen vor dem Spiegel und über dem Tische, die Kleider an den Ständern; auf dem Tische lagen zwei Damenhandschuhe, aber es war kein Hut und kein Mantel zu sehen. Die Tür wurde wieder krachend geöffnet und Stroop ging mit wütendem, erblasstem Gesicht, ohne Wanja zu bemerken, in den Korridor; einen Augenblick später folgte ihm, fast laufend, Fjodor in einem roten Seidenhemde ohne Gürtel, eine Karaffe in der Hand. „Was wünschen Sie?“ wandte er sich an Wanja, augenscheinlich ohne ihn zu erkennen. Fjodors Gesicht war erregt und gerötet, als hätte er getrunken oder sich geschminkt, das Hemd war nicht gegürtet, die sorgfältig auseinandergekämmten Haare schienen etwas gekräuselt zu sein, er roch stark nach Stroops Parfüm.
„Was wünschen Sie?“ wiederholte er Wanja, der ihn anstarrte.
„Larion Dmitrijewitsch.“
„Ist nicht zu Hause.“
„Wieso? ich habe ihn doch eben gesehen.“
„Entschuldigen Sie, aber er ist sehr beschäftigt, er kann Sie unmöglich empfangen.“
„Gehen Sie nur und melden Sie mich.“