„Ja, ich glaube, sie war tot. Als ich eintrat, sagte Stroop zu mir: ‚Weshalb sind Sie hier? Um Ihres Glückes, um Ihrer Ruhe willen, gehen Sie fort! Gehen Sie, bitte, augenblicklich fort!‘ Der Mensch auf dem Diwan erhob sich und ich sah, dass er ohne Gürtel und sehr hübsch war; sein Gesicht war rot und glühte und das Haar kräuselte sich; er schien mir betrunken zu sein. Und Stroop sagte zu ihm: ‚Fjodor, lassen Sie die Dame hinaus‘.“
„Dein Wille geschehe,“ sangen die Maler in der Kirche; die Stimmen im Spiräagebüsch klangen, jetzt schon versöhnt, leise murmelnd herüber; die Frau schien zu weinen.
„Dennoch ist es schrecklich!“ sagte Wanja.
„Schrecklich!“ wiederholte Nata, wie ein Echo: „Und für mich um so mehr: ich habe diesen Menschen so geliebt!“ und sie brach in Tränen aus.
Wanja blickte feindselig auf dieses plötzlich gealterte, aufgedunsene Mädchen mit dem gedrungenen Munde, den Sommersprossen, die sich jetzt zu grossen braunen Flecken verschmolzen hatten, und mit den zerzausten roten Haaren, und sagte:
„Hast du denn Larion Dmitrijewitsch geliebt?“
Sie nickte stumm mit dem Kopfe und begann nach einigem Schweigen ungewöhnlich freundlich:
„Du korrespondierst jetzt nicht mit ihm, Wanja?“
„Nein, ich kenne nicht einmal seine Adresse, er hat doch seine Petersburger Wohnung aufgegeben.“
„Seine Adresse kann man doch finden.“