Wanja wäre fast auf einen Menschen draufgerannt, der am schattigen Flussufer mit den Armen unter dem Kopfe schlafend lag. Er trug einen weissen Anzug und die Sommeruniformsmütze, die er sich aufs Gesicht gelegt hatte, war heruntergerutscht. Wanja war nicht wenig erstaunt, an der Glatze, der aufgestülpten Nase, dem schütteren roten Bärtchen und der ganz kleinen Gestalt seinen griechischen Lehrer zu erkennen.
„Sind Sie denn hier, Daniil Iwanowitsch?“ fragte Wanja, der vor Staunen vergass, ihn zu begrüssen.
„Wie Sie sehen! Aber was wundert Sie denn dabei so, wo Sie doch selbst aus Petersburg hierher gekommen sind?“
„Wie bin ich Ihnen denn nicht früher begegnet?“
„Das ist ganz erklärlich, wo ich doch erst gestern angekommen bin. Leben Sie mit Ihrer Familie hier?“ fragte der Grieche, der sich endgültig aufgerichtet hatte und seine Glatze mit einem rotgeränderten Taschentuche abtrocknete: „Setzen Sie sich her, es ist hier schattig und der Wind weht kühl.“
„Ja, meine Tante und meine Cousine sind auch hier, aber ich lebe nicht bei ihnen, sondern bei Sorokins, Sie haben vielleicht von ihnen gehört?“
„Ich habe einstweilen noch nicht das Glück gehabt. Aber hier ist es nicht übel, durchaus nicht übel: die Wolga, die Gärten und alles Weitere.“
„Und wo ist denn Ihr Katerchen und die Drossel, haben Sie die auch mitgenommen?“
„Nein, ich werde eine weitere Reise machen.“
Und er begann mit Begeisterung zu erzählen, wie er ganz unerwartet eine kleine Erbschaft gemacht und Urlaub genommen habe, um seinen langgehegten Traum zu verwirklichen: nach Athen, Alexandria, Rom zu reisen. In Erwartung des Herbstes, wenn es weniger heiss für eine Reise im Süden sein werde, sei er mit einem kleinen Handkoffer und drei, vier Lieblingsbüchern an die Wolga gegangen, um haltzumachen, wo es ihm gerade gefalle.